Ein Kommentar von „Salzburg-Krone“-Chefredakteur Claus Pándi.
Beim Rechnungshof handelt es sich um eine Institution von Gewicht. Die Präsidentin des Rechnungshofs Margit Kraker ist eine honorige Juristin, die im Vergleich zu ihren Vorgängern Franz Fiedler und Josef Moser ihr Amt erfrischend frei von Eitelkeit ausübt. Es ist auch unbestritten, dass die Republik diese Einrichtung braucht, um über den sorgsamen Umgang mit Steuergeld zu wachen.
Der Rechnungshof ist aber keine göttlich inspirierte Instanz unanzweifelbarer Weisheit, vor dessen Wahrspruch man sich in den Staub zu werfen hat.
Und so ist die Kritik des Rechnungshofs über die Sanierung der Festspielgebäude einzuordnen. In die Zeit der Planungen für den Umbau eines der wichtigsten Kulturfestivals der Welt krachte eine Pandemie, ein von Russland angezettelter Krieg gegen die Ukraine und Trumps Chaos-Politik mit den Zöllen. Um da festzustellen, dass alles teurer wird, hätte es keiner tiefschürfenden Detektivarbeit eines Trupps von Wirtschaftsexperten bedurft.
Einige Leute im Kulturministerium hinter SPÖ-Chef Andreas Babler, seinen Sonderberatern und einem Festspiel-Hasser wie FPÖ-Chef Herbert Kickl könnte der Rechnungshofbericht für billige populistische Pointen in die Hände spielen. Aber wenn die Regierung am Ende tatsächlich lieber Milliarden für Raketen und Kampfflugzeuge ausgibt, statt in die wahren Werte des Landes zu investieren, dann wäre das ein Sieg der Kulturlosigkeit und ein Verlust von österreichischer Identität.
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