Tierseuche in Ungarn

Alarm an der Grenze: Virus rückt Österreich näher

Burgenland
31.10.2026 06:30

Nach der Maul- und Klauenseuche im Frühjahr 2025 rückt mit der Newcastle-Krankheit die nächste Tierseuche Österreich gefährlich nahe. Die Sorge vor einer Einschleppung ins Burgenland wächst. Die Behörden sind in Alarmbereitschaft.

Gesperrte Grenzübergänge, Seuchenteppiche und Soldaten im Einsatz: Der Kampf gegen die Maul- und Klauenseuche im Frühjahr des Vorjahres ist vielen Burgenländern noch in Erinnerung. Eineinhalb Jahre später steht die nächste Tierseuche vor der Tür. Nur 25 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt ist in Ungarn die hochansteckende Newcastle-Krankheit, auch als atypische Geflügelpest bekannt, ausgebrochen.

27.000 Tiere in Ungarn getötet
Seit September wurden laut Land Burgenland neun Ausbrüche im Nachbarland gemeldet. Die ungarische Veterinärbehörde Nébih spricht von fünf betroffenen Beständen in diesem Jahr. Zuletzt wurde das Virus in zwei Betrieben mit insgesamt 27.000 Puten und Masthühnern nachgewiesen. Die Behörden ordneten die Tötung der Tiere an und richteten Schutz- und Überwachungszonen ein.

Land Burgenland in Alarmbereitschaft
Auch im Burgenland verfolgt man die Entwicklung genau. Das Risiko einer Einschleppung nach Österreich wird als mittel eingestuft. Eine akute Bedrohung bestehe derzeit allerdings nicht, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne). Zusätzliche Schutzmaßnahmen oder eine generelle Stallpflicht seien daher hierzulande vorerst nicht vorgesehen. Bei einer Verschärfung der Lage könnten jedoch kurzfristig Transportbeschränkungen, Sperrzonen und eine regionale Stallpflicht angeordnet werden.

Letzter Ausbruch bei Hausgeflügel vor 30 Jahren
Dass die Krankheit auch vor Österreich nicht Halt macht, zeigte sich bereits im März. Damals mussten in Oberösterreich 40 Tauben einer privaten Haltung getötet werden. Bei Hausgeflügel liegt der letzte heimische Ausbruch hingegen fast 30 Jahre zurück. Das Virus kann über infizierte Tiere, verunreinigte Fahrzeuge, Kleidung und Schuhe verbreitet werden. Selbst Wildvögel kommen als Überträger infrage.

Neben großen Geflügelbetrieben sind auch Hobbyhalter gefährdet. Im Burgenland fallen 72 Betriebe unter die Geflügelhygieneverordnung. Jede Geflügelhaltung muss bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet sein. Anders als bei der Maul- und Klauenseuche gibt es gegen die Newcastle-Krankheit Impfstoffe.

Achtung bei Kontakt mit Tieren
Das Gesundheitsministerium empfiehlt, bestehende Impfprogramme zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Auch der Reiseverkehr rund um Allerheiligen wird aufmerksam beobachtet. Wer in Ungarn Kontakt mit Geflügel hatte, sollte Kleidung und Schuhe gründlich reinigen und anschließend heimische Bestände meiden. Für gewöhnliche Reisende bestehe laut Land hingegen kein Anlass zur Beunruhigung. 

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