Sie waren immer schon sehr sachbezogen, die Niederländer. Gerechnet wird bis auf den letzten Cent. Was sich jetzt dort abzeichnet, könnte auch für uns spannend sein.
Im Klartext: Staatssekretär Eric van der Burg hat dem Parlament mitgeteilt, dass 25.000 Vollzeitstellen in der Zentralverwaltung gestrichen werden. Warum? Nun, seit 2018 ist dort die Zahl der Staatsdiener um rund 40 Prozent auf einen historischen Höchststand von 160.000 Angestellten angewachsen.
Daher, so der Politiker ganz ruhig, müsse Personal abgebaut werden. Allein die ersten Personalkürzungen sollen schon 2027 Einsparungen von 900 Millionen einbringen, bis 2035 sollen sie sich auf stolze 3,5 Milliarden Euro belaufen.
Die Argumente dafür sind einfach: Die Zahl der Beamten ist zu rasant gestiegen, dank der künstlichen Intelligenz lässt sich vieles einfacher erledigen. Die Dynamik verbesserter Effizienzen müsse man nutzen, man lebe schließlich nicht in einem Museum.
Milliarden Euro werden dadurch frei für Pflege, Bildung, Innovation etc. Nur der Bereich der Sicherheit ist von den Einsparungen ausgenommen.
Man stelle sich die Situation in Österreich vor, wenn ein Personalabbau um 16 Prozent im öffentlichen Dienst angekündigt würde. Die Gewerkschaftsfunktionäre würden hyperventilieren, die Protestwelle wäre gewaltig. Nicht so in den Niederlanden. Wenn dort etwas aus dem Lot gerät, muss eben korrigiert werden …
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