„Krone“-Kommentar

Warum Schnäppchen immer teurer werden

Kolumnen
31.10.2026 06:00

Die Zeiten, in denen ein Paket aus Fernost ein echtes Schnäppchen war, sind endgültig vorbei. Ab 1. November kommt zur EU-Zoll-Pauschale und zur heimischen Paketsteuer eine EU-Bearbeitungsgebühr dazu. Wer bei großen Online-Händlern wie Temu, Shein oder AliExpress aus China bestellt, zahlt künftig pro Warenkategorie in Summe 5 Euro plus 2,40 Euro Paketsteuer. Aus einem 12,46-Euro-Paket werden schnell 34,86 Euro, wie die „Krone“ berechnet hat. Für Konsumenten ist das bitter – gerade vor Weihnachten.

Doch so ärgerlich die neuen Abgaben sind, so verständlich ist das Motiv dahinter. 2025 erreichten 5,9 Milliarden zollfreie Kleinpakete die EU. 65 Prozent davon waren Schätzungen zufolge falsch deklariert, gut 60 Prozent entsprachen nicht den Sicherheitsstandards. Dass Europa diese Flut eindämmen und die heimische Wirtschaft schützen will, ist legitim. Der bereits seit Juli geltende EU-Pauschalzoll von 3 Euro zeigt bereits Wirkung: Das Paketvolumen aus Fernost brach im Juli um 26, im August um 30 Prozent ein.

Was aber wirklich ein Ärgernis ist, ist die nationale Paketsteuer. Sie kommt zusätzlich zu den EU-Abgaben obendrauf – und trifft nicht nur die großen Online-Portale, sondern auch mehr als 4000 österreichische Händler, die ihre Ware auch über „westliche“ Versand-Plattformen anbieten. Für den Handelsverband ist sie ein „2,40-Euro-Österreich-Aufschlag“, der den Standort belastet und die Inflation befeuert.

Dem ist wenig hinzuzufügen. Die EU-Maßnahmen mögen sinnvoll sein – eine nationale Steuer obendrauf braucht es aber nicht.

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