Nach wie vor sind viele Fragen zum geplanten „Kulturzentrum“ in Bruck an der Mur ungeklärt. Die Rede ist von einem harmlosen Vereinsgebäude, doch zeitgleich kursieren Fotos mit verschleierten Kindern. Die FPÖ will endlich Klarheit und konfrontiert Innenminister Gerhard Karner.
„Bei uns im Ort gibt’s derzeit nur ein Gesprächsthema. Viele sind echt besorgt“, schildert uns ein „Krone“-Leser am Telefon. Und auch Vizebürgermeister Raphael Pensl (FPÖ) bestätigt: „So etwas habe ich in Bruck an der Mur noch nie erlebt, ich werde überall darauf angesprochen.“
Die Rede ist von den Plänen, auf dem Grundstück einer Unternehmerfamilie ein islamisches „Kulturzentrum“ zu errichten – oder, wie Kritiker befürchten, eine Großmoschee (wir berichteten). Dass so vieles in der Causa unklar ist, liegt auch daran, dass der Bauherr in spe, der Verein der Bosniaken, im Internet zwar um Spenden für das Projekt wirbt, sich insgesamt aber ziemlich bedeckt hält.
Im ORF dementierte Dinan Pusculovic, Obmann der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken, zwar, dass man eine neue Moschee bauen wolle, sondern vielmehr „ein Kultur- und Vereinshaus der Bosniaken mit Cafeteria, Billard, Dart und Nachhilfe in Deutsch und Mathe“.
Wir errichten ein Kultur- und Vereinshaus der Bosniaken mit Cafeteria, Billard, Dart und Nachhilfe in Deutsch und Mathe.
Vereinsobmann Dinan Pusculovic
Doch in der Kornmesserstadt kursieren aktuell Fotos, die im Inneren des bereits bestehenden Gebetshauses gemacht worden sein sollen. Zu sehen sind verhüllte Mädchen im Kindesalter. Was die Befürchtungen befeuert, es könne hier eine Art Parallelgesellschaft entstehen.
Freiheitliche fordern Aufklärung
Die FPÖ fordert jedenfalls Aufklärung: „Hier zeigt sich ein rückwärtsgewandtes, streng konservatives Islam-Verständnis, das unserem Verständnis von Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung widerspricht“, betont Raphael Pensl.
Die widersprüchlichen Aussagen des Vereins verstärken die Verunsicherung zusätzlich.
Landtagsabgeordneter Philipp Könighofer (FPÖ)
Und sein Parteikollege, Landtagsabgeordneter Philipp Könighofer, macht via Anfragenserie mobil: „Denn die widersprüchlichen Aussagen des Vereins verstärken die Verunsicherung zusätzlich. Wir werden daher mittels parlamentarischer Anfragen an ÖVP-Innenminister Gerhard Karner und Integrationsministerin Claudia Bauer den Hintergründen des Projekts auf den Grund gehen.“
Der „Krone“ liegen die Anfragen vor. Die Titel: „Islamisches Kulturzentrum in Bruck – was wissen die Sicherheitsbehörden?“ und „Wer finanziert, wer unterrichtet, wer kontrolliert?“
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