Toter, Verletzte
Angriff bei Paris war wohl rassistisch motiviert
In einer Vorstadt von Paris hat ein Mann am Freitagvormittag einen Menschen erschossen und fünf weitere verletzt. Die Attacke sei „objektiv ein Anschlag mit rassistischer, wahrscheinlich islamfeindlicher Konnotation“ gewesen, sagte der Bürgermeister der betroffenen Stadt Trappes, Ali Rabeh, jetzt.
Wie berichtet, hat der Mann in Trappes und im nahe gelegenen La Verrière aus seinem Fahrzeug heraus geschossen. Das sei offensichtlich wahllos gewesen, sagte Bürgermeister Rabeh. Es sei „ein Wunder, dass wir nicht mehr Opfer haben“. Der Tote sei „afrikanischer Herkunft“, ein Verletzter in Lebensgefahr „maghrebinischer Herkunft“. Unter den Verletzten seien außerdem zwei Reinigungskräfte „afrikanischen Typs“ und ein zwölfjähriges Mädchen, deren Zustand stabilisiert werden konnte.
Die Tat sei „aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen“ worden, teilte auch die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft mit. Ermittelt wird wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“. Der Schütze wurde kurz nach der Tat festgenommen. Bei ihm handelt es sich um einen 39-Jährigen, der nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt wohnt. Er ist vorbestraft und hatte zum Zeitpunkt seiner Festnahme eine Maschinenpistole und Tränengasgranaten bei sich.
„Tat dauerte knapp eine Viertelstunde“
Die „äußerst schwere Tat“ habe knapp eine Viertelstunde gedauert, ehe fünf Sicherheitsbeamte den Schützen festgenommen hätten, sagte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez. Er besuchte die beiden Gemeinden gemeinsam mit der Ministerin für die Bekämpfung von Diskriminierung, Aurore Bergé. „Wir wissen, dass Worte zu Gewalt führen können“, sagte die Ministerin.
Die Stimmung in Frankreich ist derzeit angespannt. Am Wochenende kam es am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen. Protestierende plünderten Tausende Geschäfte, setzten Fahrzeuge und Gebäude in Brand, griffen Rathäuser und Polizeistationen an. Für den morgigen Samstag wurden erneut Demonstrationen angekündigt.

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