In einer bekannten Wohnhausanlage in Simmering herrschen besorgniserregende Zustände – Junge Burschen dringen von außen über die Terrassen ein und stehen mitten in der Nacht, direkt auf dem Balkon und den Wohnungen der Mieter. Das sagt die Polizei dazu
Ausgerechnet in jenem Bezirk, in dem sich auch die umstrittene Auszeit-WG befindet, sorgen momentan gleich mehrere Kinder und Jugendliche für ein massives Unsicherheitsgefühl bei den Bewohnern. Schon seit mehreren Wochen herrscht in einer großen Wohnhausanlage in der Kaiser-Ebersdorfer-Straße 86/ Ecke Florian-Hedofer-Straße Angst bei einigen Mietern. Zumindest in vier Wohnhäusern kam es dort laut den Mietern in jedem zweiten Stock (2., 4., 6., 8., 10. und 12. Stock) zu Einbrüchen und Einbruchsversuchen.
Der mögliche Grund? Hausfremde Personen könnten dort relativ einfach in die Wohnhäuser gelangen, wird berichtet. Unter anderem soll das Läuten bei der im Erdgeschoss befindlichen Zahnarztordination dazu führen, dass die Eingangstüre geöffnet wird. Über gekennzeichnete Notausstiege gelangen die Täter, die zum Teil noch unter 14 sein sollen, in die terrassenförmigen Außenbereiche und damit bis unmittelbar vor Wohnungen, Fenster, Balkone und privaten Terrassen. Für die Menschen dort eine belastende Situation.
„Fremde Jugendliche stehen in der Nacht mitten auf meinem Balkon! Ich fühle mich hier nicht mehr sicher“, schildert eine Bewohnerin, die anonym bleiben will. Ihr gehe es nicht um das Versperren notwendiger Fluchtwege, sondern um eine wirksame Zugangskontrolle zur Wohnanlage.
FPÖ will jetzt Einbruchsschutz für Bewohner
Ex-Bezirksvorsteher und Gemeinderat Paul Stadler schäumt: „Es ist ein Skandal, was sich hier abspielt. Wir als Simmeringer FPÖ stehen dafür ein, dass es ausreichend Einbruchsschutz für die Bewohner gibt, die Fenster geschlossen werden, mehr Polizeiüberwachung stattfindet, damit die Sicherheit der Mieter endlich wieder gewährleistet ist.“ FPÖ-Bezirksrat Wolfgang Kieslich legt nach: „Das Sicherheitsgefühl der Bewohner ist derzeit auf null. Was passiert? Nichts. Die Genossenschaft putzt sich an der Polizei ab, diese ist wiederum schwer überfordert.“
„Es liegen keine polizeilichen Hinweise vor“
„Im genannten Bereich stellen wir derzeit weder Einbrüche noch eine erhöhte Beschwerde- bzw. Einsatzlage fest“, so die Polizei Wien. Auch würden derzeit keine polizeilichen Erkenntnisse vorliegen, die auf eine besondere Häufung gleich gelagerter Vorfälle in der genannten Wohnanlage schließen lassen. Aber: Ob und wie hausfremde Personen in die Wohnanlage beziehungsweise über Notausgänge in die Terrassenbereiche gelangen können, die bauliche Ausgestaltung und Sicherung einer privaten Wohnanlage fällt grundsätzlich in den Verantwortungsbereich des Eigentümers bzw. der zuständigen Hausverwaltung. Dies betrifft insbesondere Fragen der Zutrittskontrolle und der technischen bzw. baulichen Absicherung von Allgemeinflächen.
Sollten Bewohner verdächtige Wahrnehmungen machen oder konkrete strafbare Handlungen beobachten, wird jedenfalls empfohlen, unverzüglich die Polizei zu verständigen. Auch dem Büro des Simmeringer Bezirksvorstehers Thomas Steinhart (SPÖ) „liegen derzeit keine Beschwerden“ vor. Von der zuständigen Genossenschaft Sozialbau AG blieb eine „Krone“-Anfrage unbeantwortet.
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