Wie trauert man um ein Kind, das nie auf der Welt war? Eine betroffene Mama beschreibt diese Gefühle in eindrucksvollen Worten.
Wenn ein Baby stirbt, kurz nach der Geburt oder noch im Mutterleib, dann gibt es sie. Diese eine Frage. Die vielleicht aus Unwissenheit gestellt wird. Oder dem Mangel an Empathie. Nämlich: „Wieso trauert man um ein Baby, das ja eh noch nicht gelebt hat?“ Bernadette und ihr Mann haben diese Frage oft gehört. „Sie ist bitter. Weil die tiefe Trauer, die betroffene Eltern spüren, nicht anerkannt wird. Weil man ihnen den Schmerz abspricht. Und vor allem: Das Kind hat ja gelebt. In mir. Die Verbindung ist da. Die Liebe.“
Bei Bernadette wurden gleich zwei Ungeborene zu Sternenkindern, eines in der 24 Schwangerschaftswoche, eines in der 16. Beide kurz jeweils vor Weihnachten. Beide durch einen Grund, für den das Risiko bei 0,14 Prozent liegt. Sie haben Namen. Maximilian. Maria.
Mit dem ungeborenen Kind stirbt ein kleiner Mensch – und mit ihm eine ganze Welt. „Die Hoffnungen, die Träume, die sich mit ihm verbunden haben. Die Vorstellungen, die man sich ausmalt. Wie man gemeinsam beim Weihnachtsbaum sitzt. Kerzen auf der Geburtstagstorte ausbläst. Wie unser Kind das erste Mal das Meer sieht und seine Augen leuchten.“
Man weiß nicht einmal, wie das Lächeln deines Kindes ausgesehen hätte
Eine Mama
Diese Erlebnisse, die später zu Erinnerungen werden, wird es nie geben. „Du weißt nicht einmal, wie das Lächeln deines Kindes ausgesehen hätte. Wie seine Stimme geklungen hätte. Stattdessen musst du den winzigen Strampler verstauen, den man schon gekauft hat für die ersten Lebenstage.“ Die Wiege verräumen, die schon in seinem liebevoll gestalteten Zimmer steht. Fragen beanworten.
Es der erstgeborenen, kleinen Tochter erklären, die sich schon so auf das Geschwisterl gefreut hatte. Und im Supermarkt Fremden kindlich unschuldig erklärt: „Meine Mama hat ein totes Baby im Bauch.“
Sternenkinder fix in der Familie verankert
Kann man das überhaupt verkraften? „Dafür gibt es keine Medizin und keine Anleitung. Bei uns ist es so, dass wir unsee Sternenkinder fix in der Familie integriert haben. Sie sind im Stammbaum, ihre kleine Urnen haben ihren Platz.“
Ganz wichtig ist ihr das Foto, das das Ehepaar Juriatti vom totgeborenen Baby gemacht hat. „Es ist die einzige Erinnerung, die wir in Händen haben. Es bedeutet uns die Welt.“
- mein-sternenkind.net ist auch für die Steiermark die qualitativ hochwertige Vernetzungshomepage
- Darauf findet man Experten, Info, Schulungen
- Höchst engagiert in der Sternenkindhilfe ist das Grazer Ehepaar Vera und Rainer Juriatti, das auch einfühlsame Sternenkind-Fotografie anbietet; Infos dazu auch auf der Homepage mein-sternenkind.net
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