Die wegen der Bettwanzenplage anstehende Übersiedlung der Notschlaf- stelle Innsbruck erfolgt wohl in erster Linie aufgrund von Anzeigen bei den Gesundheitsbehörden von Stadt und Land.
Seit rund zwei Jahren wütet, wie berichtet, eine Bettwanzenplage in der Notschlafstelle Innsbruck (NOST) der Tiroler Soziale Dienste. Der politisch zuständige LHstv. Philip Wohlgemuth (SPÖ) kündigte in der „Krone“ die Übersiedlung der NOST in ein Ersatzgebäude an.
Mehrere Optionen werden geprüft
Laut TSD-Geschäftsführer Florian Stolz sei man derzeit dabei, mehrere Optionen für das Ersatzquartier in Abstimmung mit der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol zu prüfen. Das Ausweichquartier ist bisher freilich noch nicht gefunden, NOST-Mitarbeiter und die Klienten sind daher weiterhin der Bettwanzenplage ausgesetzt.
Reißleine wird gezogen
„LHStv. Wohlgemuth und GF Stolz haben sich bisher stets geweigert, die NOST in eines der vielen leer stehenden Häuser der TSD zu übersiedeln“, so Markus Sint, Klubobmann der Liste Fritz. Deshalb sei die 180-Grad-Kehrtwende jetzt kein Akt der Nächstenliebe und keine Folge einer späten politischen Einsicht, sondern das Ziehen der Reißleine und die Flucht nach vorne.
Ende September haben wir die Gesundheitsbehörden des Landes und der Stadt Innsbruck sowie das Arbeitsinspektorat eingeschaltet.

Markus Sint, Klubobmann Liste Fritz
Bild: Christof Birbaumer
Sint: „Denn Ende September haben wir die verantwortlichen Gesundheitsbehörden des Landes und der Stadt Innsbruck sowie das Arbeitsinspektorat eingeschaltet und ihnen eine Sachverhaltsdarstellung samt Fotobeweisen zukommen lassen.“
Warum braucht es Anzeigen?
Er sei froh für die Mitarbeiter und Hilfesuchenden, wenn die Anzeige bei den Gesundheitsbehörden jetzt zur Umsiedelung der Notschlafstelle führe. Sint weiters: „Ich bin aber enttäuscht, dass es Anzeigen braucht, bis die Verantwortlichen – von der ÖVP-SPÖ Landesregierung über den zuständigen SPÖ-Landesrat bis hin zum verantwortlichen TSD-Geschäftsführer – endlich reagieren.“
Wo jährlich rund 2,3 Millionen Euro Steuergeld drinstecken, müssten sich alle darauf verlassen können, dass es sichere Plätze zum Schlafen und Arbeiten gebe.
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