Vier Jahre nach dem Start biegt die niederösterreichische Kinderbetreuungsoffensive in die Zielgerade. Noch knapp zwölf Monate stellt das Land Fördermillionen für neue Kindergartengruppen bereit. Das Ziel: Niederösterreich will „Kinderösterreich“ werden.
Mit dem Versprechen, die Kinderbetreuungsplätze in Niederösterreich massiv auszubauen, war Johanna Mikl-Leitner im Herbst 2022 in den Landtagswahlkampf gestartet. „Viele haben das damals als Wahlkampfschmäh abgetan. Jetzt biegt dieses Vorhaben in die Zielgerade“, zieht ÖVP-Geschäftsführer Matthias Zauner vor dem Endspurt Bilanz.
Die meisten Gruppen
Mittlerweile verfügt das weite Land über 3680 Kindergartengruppen. „So viele wie kein anderes Bundesland“, betont Zauner. Seit dem Start der Ausbauoffensive flossen landesweit 372 Millionen Euro allein in die Baukosten für zusätzliche Betreuungseinrichtungen. So wurden etwa im vergangenen Jahr von bundesweit 174 neuen Gruppen 88 in Niederösterreich errichtet.
Beruf und Familie
Für Doris Schmidl, Landesobfrau des Familienbundes, ist aufgrund der Kinderbetreuungsoffensive vor allem in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – diese wird durch die sogenannte VIF-Konformität ausgedrückt – viel weitergegangen. „Der Anteil VIF-konformer Betreuungsplätze für Zweijährige und Jüngere hat sich seit 2018 von 31 auf 62 Prozent verdoppelt. Bei den Drei- bis Fünfjährigen stieg dieser Wert von 20 auf 55 Prozent“, erklärt Schmidl.
Mehr Chancengleichheit.
Als „gemeinsamen Kraftakt von Gemeinden und Land“ bezeichnet David Berl die Kinderbetreuungsoffensive. Für den Bürgermeister von Laxenburg sind die Millionen dafür jedoch nachhaltig investiertes Geld: „Die Schaffung von Kindergartenplätzen nimmt Druck von den Familien und ist die Voraussetzung für Chancengleichheit.“ Noch bis Ende nächsten Jahres können sich Gemeinden Geld für Ausbauprojekte vom Land holen. Ziel der Offensive: 3750 Kindergartengruppen zwischen Enns und Leitha.
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