U21-Coach über Bajlicz

Vergleich mit PSG-Topstar und besondere Verbindung

Fußball National
23.10.2026 05:38

Nicolas Bajlicz zählt ohne Zweifel zu den Gewinnern der noch jungen Bundesliga-Saison! Doch nicht nur bei Rapid, sondern auch bei Österreichs U21 genießt der 22-jährige Mittelfeldmann einen hohen Stellenwert. Zudem hat er zu Teamchef Peter Perchtold eine ganz besondere Verbindung. 

Rückblick: Im Jänner 2023 ging in Sindelfingen eines der größten und traditionsreichsten Jugend-Hallenturniere Europas über die Bühne. Turniersieger? Richtig – Rapid! Bester Spieler und Torschütze? Korrekt – Nicolas Bajlicz! Und unter den Zuschauern befand sich damals auch Peter Perchtold, der zu diesem Zeitpunkt Co-Trainer von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick war. „Es hat einfach nur Spaß gemacht, dem Jungen beim Kicken zuzusehen“, sagt er über Bajlicz, der 2022 vom Nachwuchs des 1. FC Köln zu Rapid gewechselt war.

U21-Teamchef Peter Perchtold schwärmt von Nicolas Bajlicz.
U21-Teamchef Peter Perchtold schwärmt von Nicolas Bajlicz.(Bild: GEPA)

Goldrichtiger Schritt im Sommer
Nachdem seine Entwicklung über längere Zeit zu stagnieren gedroht hatte, wechselte Bajlicz im Sommer 2025 nach Ried. Hierbei soll auch Perchtolds gutes Verhältnis zum dortigen Verantwortlichen Wolfgang Fiala eine entscheidende Rolle gespielt haben. Nach einer starken Saison machte Rapid schließlich im Juni von einer Rückkaufklausel Gebrauch. Ein Wechsel, der sich bezahlt gemacht hat! In 17 Pflichtspielen für Rapid erzielte Bajlicz bislang einen Treffer und leistete zudem vier Assists. 

Nicolas Bajlicz
Nicolas Bajlicz(Bild: GEPA)

Perchtold gilt als großer Fan des Shootingstars, der nicht nur mit Ballsicherheit, sondern auch mit Fähigkeiten im Spielaufbau glänzt. An diese hat der U21-Teamchef stets geglaubt, so genoss Bajlicz einen enorm hohen Stellenwert im Team. Unter anderem zeigte der Rapidler Anfang Oktober bei der 7:1-Gala gegen Wales zum Abschluss der EM-Quali mit zwei Torvorlagen auf. Zur Teilnahme an der Endrunde reichte es am Ende denkbar knapp nicht. 

Dass Bajlicz ein außergewöhnliches Talent hat, wusste Perchtold schon länger. „Für mich gehört es zu den wesentlichen Aufgaben eines Trainers, für einen Spieler mit solchen Fähigkeiten den richtigen Platz zu finden und ihn entsprechend einzubinden“, so der 42-jährige Deutsche. „Ich kann mich nicht immer ausschließlich darauf konzentrieren, was ihm vielleicht noch fehlt, wenn jemand offensichtlich derart begnadete Fähigkeiten mitbringt und darüber hinaus so lernwillig ist.“

Schlüsselerlebnis mit Bananenkiste
Doch nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des grünen Rasens weiß Bajlicz zu überzeugen. Im Oktober 2025 war der Jungspund, nachdem seine Entwicklung auf Vereinsebene ins Stocken geraten war, aufgrund seiner fehlenden Spielpraxis als einziger Feldspieler in beiden U21-Länderspielen des Lehrgangs nicht im Kader.

Nicolas Bajlicz (re.)
Nicolas Bajlicz (re.)(Bild: GEPA)

„Als die Spieler ein paar Minuten nach mir aus der Besprechung kamen, saß ich bereits im Bus und sah, wie er als einer der ältesten Spieler ganz selbstverständlich die Kiste mit den Bananen in den Bus trug. Für mich war in diesem Moment klar, dass er im nächsten Spiel starten wird“, schildert Perchtold. Nachsatz: „Wir brauchen seine Fähigkeiten, aber genauso brauchen wir seinen Charakter.“

„Niki war unser Vitinha“
Im darauffolgenden U21-Spiel gegen den hochfavorisierten Nachwuchs Belgiens erhält Bajlicz seine Chance von Beginn an – und lieferte ab. Beim 1:0-Sieg wurde er zum Spieler des Spiels gewählt. Seitdem ist er aus Perchtolds Mannschaft kaum noch wegzudenken. „Niki war unser Vitinha. Ich traue ihm alles zu“, vergleicht er seinen Schützling sogar mit dem portugiesischen Ausnahmekönner von Paris Saint-Germain.

PSG-Star Vitinha zählt zu den besten Mittelfeldspielern der Welt.
PSG-Star Vitinha zählt zu den besten Mittelfeldspielern der Welt.(Bild: AFP/FRANCK FIFE)

„Sein Weg zeigt, wie wichtig es sein kann, einen Spieler nicht ausschließlich anhand seiner aktuellen Vereinssituation zu beurteilen. Wie viel ein Trainer bewirken kann, wenn er Potenzial frühzeitig erkennt, konsequent daran glaubt und die passenden Rahmenbedingungen schafft“, unterstreicht Perchtold, der jedoch auch betont, dass einseitiges Vertrauen allein nicht ausreicht: „Bajlicz hat seine Möglichkeiten durch Leistung, Lernbereitschaft und Charakter selbst genutzt! Die besondere Verbindung zwischen Spieler und Trainer beruht deshalb vor allem auf gegenseitigem Vertrauen.“

Peter Perchtold
Peter Perchtold(Bild: GEPA)

Eine Lobeshymne für Bajlicz, dessen Zeit bei der U21 altersbedingt endet. Im Gegensatz zu seinem sportlichen Aufstieg, dem keine Grenzen gesetzt sind ...

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