Sechs plus drei Monate

Längerer Wehrdienst: Neuer Generalstabschef froh

Österreich
29.09.2026 11:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Harald Vodosek hat das Kommando als neuer Generalstabschef des Bundesheeres übernommen und äußerte sich erfreut über die Verlängerung des Wehrdienstes auf sechs plus drei Monate. Das ist ein „ultimativer und maximaler Gewinn für die Sicherheit der Republik Österreich“, sagte der 62-Jährige.

Gegenüber dem Status quo von derzeit sechs Monaten bedeute dies jedenfalls ein Plus. Aktuell könne die Miliz nur auf freiwilliger Basis befüllt werden. „Künftig ist das wieder verpflichtend möglich.“

Gewinn für die Sicherheit
Dass es nicht „8 plus 2“ Monate geworden sind, wie von der Wehrdienstkommission als bevorzugtes Modell vorgeschlagen, sieht Vodosek pragmatisch. Zum einen sei der Ausgangspunkt „6 plus 0“. Allein daraus ergebe sich ein Gewinn für die Sicherheit. Zum anderen treffen in der Republik Österreich Exekutive und Legislative die Systementscheidung, „das sehe ich zutiefst so als Demokrat“. Und mit dieser Entscheidung habe das Heer zu planen. „Wir haben lediglich die Aufgabe, die Exekutive und die Legislative zu beraten, und auf der Basis dieser Beratungen fallen Entscheidungen.“ Dabei gehe es „nicht um die Frage, womit ich glücklich bin als General“.

Österreich als Vorreiter in der EU
Er sei jedenfalls „zufrieden mit dem, was auf der politischen Ebene erzielt worden ist“, so der neue Generalstabschef: „Und ich werde mit meinen Leiterinnen und Leitern, mit den Kommandantinnen und Kommandanten ein System zur Verfügung stellen, das die Republik Österreich und die Bevölkerung schützen wird.“ Zudem sei Österreich mit dieser Lösung „Avantgarde“. Andere europäische Länder hätten mittlerweile bereut, das System des Grundwehrdienstes ausgesetzt und teilweise Berufsarmeen eingeführt zu haben. Damit hätten diese Länder das Problem, dass ihnen das Sicherheitsnetzwerk abgeht.

Mit der Entscheidung bei der Volksbefragung im Jahr 2013, bei der sich knapp 60 Prozent für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht aussprachen, sei auch die Entscheidung einhergegangen, „die Infrastruktur und Fähigkeitsstruktur des österreichischen Bundesheers beizubehalten“. Man habe das Kaderpersonal, die Standorte und die gesamte Logistikeinrichtung erhalten. Dies sei nun ein Vorteil. Mit der nunmehrigen Verlängerung des Grundwehrdienstes um drei Monate verfüge man über ein System, das – verglichen mit anderen EU-Nationen – auf einem hohen Niveau sei.

Pragmatik bei Erfüllung des Aufbauplans
Dass zur Erfüllung des Aufbauplans 2032+ im Bundesfinanzrahmen bis 2031 über 12 Milliarden Euro fehlen, sieht Vodosek ebenfalls mit einer gewissen Pragmatik. Denn schließlich verfüge das Bundesheer aktuell über „das höchste Budget der Zweiten Republik“. Die zwölf Milliarden seien nichts anderes als das Abbild von Projektwerten, „die wir natürlich abwickeln werden“, erklärte der Generalstabschef: „Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Politik entschieden, ein gewisses Risiko zu gehen und das Budget noch nicht so zu erhöhen, wie das in einem Plan drinnen steht.“

Budget ausreichend, um „Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen“
Gleichzeitig habe die Regierung entschieden, „dass die großen Projekte sonderfinanziert werden“. Darunter ist etwa das Luftverteidigungsprojekt, das derzeit bearbeitet werde. Darin befinden sich etwa die Nachfolge der Eurofighter oder die bodengebundene Luftabwehr sowie die Drohnenabwehr. „Also ich sehe da keine Problemlage.“ Zum einen werde man das vorhandene Budget abarbeiten, und andererseits werde man für die Projekte mit Sonderfinanzierung nachverhandeln. Das sehe auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) so. „Jedenfalls sind wir in der Lage, mit diesem Budget die Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen“, betonte Vodosek.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung