Nach dem Betreiberwechsel zur Gesundheit Vorarlberg GmbH hat das Team der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 neue Räumlichkeiten am GesundheitsCampus Bludenz bezogen. Zeitgleich startet ein Pilotprojekt: In den Nachtstunden stehen ab sofort Ärzte für Videokonsultationen zur Verfügung.
„Wir wollen die Gesundheitsberatung schrittweise um zusätzliche telemedizinische Angebote erweitern, um mehr Menschen in Vorarlberg zu erreichen“, erklärte Landeshauptmann Markus Wallner bei einer Pressekonferenz im GesundheitsCampus Bludenz. Eine wesentliche Neuerung betrifft dabei den kurativen Nachtbereitschaftsdienst: Ergibt sich im Gespräch die Notwendigkeit einer ärztlichen Abklärung, rufen Ärzte die Patienten zurück. Unklarheiten in Bezug auf Hautausschläge, Insektenstiche, Augenentzündungen oder auch bei Wundkontrollen können per Video abgeklärt werden.
Mediziner entscheiden über Videokonsultation
Die behandelnden Ärzte entscheiden im Einzelfall, ob ein Videogespräch sinnvoll ist, und können bei Bedarf auch Medikamente verschreiben. Anrufende können von sich aus kein Videogespräch anfordern. „Auch kann eine ärztliche Videokonsultation die Untersuchung in der Praxis oder Ambulanz oft nicht ersetzen. Sie hilft aber dabei, die Situation und die nötigen Maßnahmen aus der Ferne genauer einzuschätzen“, betonte Siegfried Marxgut, Bereichsleiter von 1450.
Um das diplomierte Pflegepersonal zu entlasten, wurde die Organisation im Hintergrund neu strukturiert: Erste Datenabfragen und allgemeine Auskünfte übernimmt künftig ein externer Dienstleister (1st-Level). Das Pflegepersonal von 1450 Vorarlberg konzentriert sich damit auf die medizinische Beratung, die Dringlichkeitseinschätzung und die Anleitung zur Selbstversorgung (2nd-Level). Die Umstrukturierung soll dazu beitragen, Erkrankte rascher an die passende Behandlungsstelle zu verweisen.
Spitzenreiter im Bundesvergleich
Derzeit bearbeiten 24 Mitarbeitende rund 100 Anfragen täglich. In Vorarlberg wird die Nummer im bundesweiten Vergleich besonders häufig genutzt: Im September 2026 verzeichnete der Dienst 4131 Anrufe und 3016 vertiefte Beratungen. Auf 1000 Einwohner hochgerechnet entspricht das 7,3 Beratungen – fast doppelt so viele wie im Österreich-Schnitt (3,7). Gleichzeitig liegt die Quote der Übergaben an den Rettungsdienst in Vorarlberg mit 6,7 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 12,9 Prozent.
„Ziel ist es, Patientinnen und Patienten gezielt an die jeweils richtige Versorgungsstufe zu vermitteln – ob digital, ambulant oder stationär“, ergänzte Gesunheitslandesrätin Martina Rüscher. Das Pilotprojekt zur Videokonsultation werde in den kommenden Monaten evaluiert und bei Bedarf angepasst.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.