Ab Dezember wird der Flughafen Graz von Kärnten bzw. der Weststeiermark aus direkt angefahren – zweimal pro Tag, zu Randzeiten. Dem langersehnten Schritt sollen weitere folgen, sagt der Verein Fahrgast.
Eines vorab: Bei der bekannt kritischen Interessensvertretung sieht man das Glas nach Bekanntgabe des neuen ÖBB-Fahrplans ab 13. Dezember zumindest halb voll. Die neuen Verbindungen über die Koralm-Strecke, die nach langer Diskussion endlich den Flughafen Graz anfahren, seien trotz peripherer Uhrzeiten „ein guter Anfang“, sagt Generalsekretär Marcus Pirker. Dass es nicht die eigentliche Koralmbahn ist, die am Flughafen haltmacht, sondern Interregio-Verbindungen, die in Werndorf auf die historische Südbahnstrecke umschwenken, spielt dabei in der Praxis keine Rolle.
„Echte“ Koralmbahn braust weiter unten durch
Die Railjets, ICEs und Westbahn-Züge der Koralmbahn selbst rauschen weiterhin unter dem Flughafen durch, erklärt Pirker. Die Interregios bedienen bei gut 25 Minuten längerer Fahrzeit den Bahnhof am Flughafen, dessen Bahnsteige zuletzt auf über 200 Meter verlängert wurden. Gefahren wird im Morgengrauen bzw. zu nachtschlafender Stunde (siehe unten), doch „für bestimmte Flüge ist das sicher eine interessante Sache“, sagt Pirker.
Der neue ÖBB-Fahrplan bringt ab Inkrafttreten am 13. Dezember für die Steiermark zwei neue Verbindungen am Tagesrand, die den Flughafen Graz anfahren: die späte Abendverbindung von Graz nach Klagenfurt ab 23.23 Uhr (Halt am Flughafen um 23.32 Uhr) sowie den Interregio von Villach bzw. Klagenfurt (3.51 Uhr bzw. 4.18 Uhr) nach Graz mit Ankunft am Flughafen um 5.15 Uhr.
Ein weiterer Ausbau auch untertags würde „wie immer Diskussionen um die Kosten mit sich bringen“, letztlich gebe es aber gute Argumente dafür. Mit zusätzlichen beschleunigten Nahverkehrszügen durch den Koralmtunnel, „idealerweise stündlich“, würden sich die Umsteigezeiten etwa am Bahnhof Weststeiermark verkürzen. Dort wartet man jetzt bis zu eine Stunde auf die S-Bahn.
„Politik wird früher oder später darauf eingehen“
Auch das Problem mit den ausgebuchten Fahrradplätzen wäre entschärft – ein Vorteil für den Tourismus. Da die Fahrgastzahlen auf der Koralmbahn „immer weiter steigen und der Trend sicherlich weitergeht“, ist Pirker optimistisch, „dass die Politik früher oder später auf die Wünsche eingehen wird“.
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