Um der „ganzen aufgestauten Wut dieses Klimakrisen-Sommers“ Ausdruck zu verleihen, gingen am Freitag Zehntausende Menschen in sieben Bundesländern auf die Straße. „Unbestreikt“ blieben nur Niederösterreich und das Burgenland.
In Wien marschierte die Umweltbewegung von Fridays for Future (FFF) ab 14.30 Uhr vom Praterstern los. Wie FFF-Sprecherin Laila Kriechbaum dann rund zwei Stunden später mitteilte, nahmen laut eigenen Schätzungen rund 10.000 Personen an der Demonstration teil. Eine Endkundgebung inklusive Musik-Acts fand um 17 Uhr am Maria-Theresien-Platz in der Wiener City statt.
Schon davor schrieb „Fridays For Future“ in einer Aussendung, es gehe am Freitag um Klimaschutzmaßnahmen, „um Schlaf, der in überhitzten Wohnungen unmöglich wird, Krankenhäuser, in denen man Menschen nicht mehr pflegen könne, Klassenzimmer, in denen Lernen unmöglich wird, Baustellen, auf denen Menschen kollabieren und Felder, auf denen Ernten vertrocknen“.
Gefordert wurde unter anderem, die Klimaneutralität bis 2040 verbindlich im Klimagesetz zu verankern und ein Klimafahrplan, der nicht erst bis Ende 2027 ausgestaltet wird. Auch einen Stopp aller fossilen Großprojekte brauche es.
Umwelt-NGOS unterstützen Forderungen
Der WWF schloss sich dem inhaltlich an: „Die Regierung muss unsere Lebensgrundlagen schützen, statt die nächsten Krisen einzubetonieren. Jeder Euro für klimafreundliche Mobilität und natürliche Schutzmaßnahmen macht Österreich krisenfester“, wurde WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer zitiert.
„Niemand sollte im Winter zwischen einer warmen Wohnung und Lebensmitteln wählen müssen. Es braucht jetzt den mutigen Schritt hin zu heimischen, erneuerbaren Energien. Nur so schützen wir das Klima und machen Energie für alle leistbar“, forderte Jasmin Duregger von der Umweltschutz-Organisation Greenpeace.
Aufgrund der Demonstration kam es in Wien zu temporären Sperren unter anderem zwischen Praterstern und Franzensbrückenstraße, Praterstraße bis Aspernbrücke, Franz-Josefs-Kai sowie Stubenring bis zum Dr.-Karl-Renner-Ring.
Protestzug wegen Budgetkürzungen an Unis
Erst am vergangenen Dienstag wurde Wien zum Schauplatz eines Protestzuges, der den Ring mehrere Stunden lahmlegte. Dieses Mal ging es aber nicht ums Klima, sondern um die Zukunft der Universitäten: Rund 6000 Teilnehmer demonstrierten unter dem Motto „Was passiert, wenn den Unis das Geld fehlt“ gegen Budgetkürzungen.
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