Spaniens Liga-Boss Javier Tebas hat mit einem Nazi-Vergleich in der Schiedsrichter-Debatte um Real Madrid den Zorn des Fußball-Rekordmeisters auf sich gezogen. Real kritisierte Tebas scharf und forderte den Rücktritt des LaLiga-Präsidenten. Man halte es für „unerträglich und äußerst schwerwiegend“, dass ein Spitzenfunktionär „die Methoden des Clubs mit denen des NS-Regimes vergleicht, um den Verein, seine Führung und seinen Fernsehsender zu diskreditieren“, hieß es von Real.
„Die Klarstellung, dass er sich nicht auf die NS-Ideologie bezieht, ändert nichts an dem zutiefst beleidigenden, moralisch verwerflichen und institutionell unwürdigen Charakter seiner Äußerungen“, hieß es in der Stellungnahme der Königlichen weiter. Tebas hatte zuvor öffentlich kritisiert, dass der vereinseigene Fernsehsender von Real regelmäßig Zusammenschnitte von Szenen zeigt, die er als gravierende Fehlentscheidungen der Unparteiischen einstuft. Tebas verglich diese Taktik mit den Methoden von Joseph Goebbels, dem Propagandaminister in der Zeit des Nationalsozialismus: „Systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindes und Unterordnung der Fakten an die Erzählung.“
Real konterte daraufhin. „Das wiederholte Verhalten von Javier Tebas zeugt von einem Mangel an Neutralität, Respekt und Unparteilichkeit, der mit seinen institutionellen Pflichten unvereinbar ist“, ließ Real Madrid verlauten. Aus Sicht des Clubs seien die Äußerungen und das Verhalten von Tebas nicht mit den Prinzipien des Respekts, der Neutralität und der Integrität von Sportinstitutionen vereinbar. Daher forderte Real dessen „sofortigen Rücktritt“ als Liga-Chef und auch als Vizepräsident des spanischen Fußballverbandes.
Tebas antwortete auf X direkt auf das Real-Statement – erneut mit unversöhnlichen Worten. „Mein Fazit: Sie wollen den nationalen Wettbewerb ZERSTÖREN. Was ihnen bisher mit der Superliga nicht gelungen ist, versuchen sie nun mit einer verzerrten Darstellung in ihren Medien und durch ihre Sprachrohre“, schrieb der 64-Jährige. „Wenn ihr in gutem Glauben handelt, widerlegt das Falsche, erklärt das Wahre und nennt ALLE Fakten. Danach könnt ihr weiterhin meinen Rücktritt, meine Disqualifikation oder meinen sozialen ‘Tod‘ fordern.“
Disput mit langer Geschichte
Real Madrid liegt seit Längerem im Streit mit dem spanischen Schiedsrichterwesen. Der Club um Präsident Florentino Perez kritisiert vermeintliche Benachteiligungen und nutzt Real Madrid TV, um strittige Entscheidungen öffentlich anzuprangern. Außerdem hat der Verein bei der Europäischen Fußball-Union UEFA im Streit mit dem FC Barcelona um Zahlungen an einen Schiedsrichter-Funktionär eine Beschwerde eingelegt.
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