Die Landeshauptstadt St. Pölten setzt auf Grünräume und begrünte Dächer. Der WWF-Ökoreport vermisst jedoch messbare Ziele und Kontrollen.
Schatten spendende Bäume, kühlende Grünflächen und begrünte Dächer: St. Pölten hat wichtige Schritte gesetzt, um der Sommerhitze entgegenzuwirken. Ein neuer Städtecheck des WWF zeigt, dass die Landeshauptstadt dafür bereits planerische Grundlagen geschaffen hat. Bei der konkreten Umsetzung und Erfolgskontrolle sieht die Umweltschutzorganisation allerdings noch Nachholbedarf. So benennt das Stadtentwicklungskonzept Bereiche, die von Bebauung freigehalten werden sollen, und sieht neue Verbindungen zwischen Grünräumen vor.
Auch begrünte Flachdächer ab 300 Quadratmetern, Laubbäume bei Pkw-Stellplätzen und eine Begrenzung der Bodenversiegelung in Wohninnenhöfen gehören zu den zwingenden Vorgaben.
Städte blieben Antworten auf WWF-Fragen schuldig
Der WWF begrüßt solche Ansätze, vermisst jedoch messbare Kennzahlen zur Entwicklung der Grünräume und genauere Angaben dazu, wann einzelne Maßnahmen umgesetzt werden. Mit klaren Zielen und regelmäßigen Kontrollen könnte St. Pölten seine bestehenden Initiativen noch wirksamer bündeln.
Viele Städte bleiben Antwort schuldig
Österreichweit untersuchte der WWF 14 Städte und Gemeinden. Acht haben keinen Stadtbegrünungsplan in der geprüften Form, fünf bereiten entsprechende Pläne vor. Nur Klagenfurt berücksichtigt alle zentralen Elemente der EU-Empfehlungen, weist aber ebenfalls Mängel auf. Kritik übt der WWF auch an der mangelnden Rückmeldung zahlreicher Kommunen. In Niederösterreich antworteten Amstetten, Baden, Klosterneuburg, Krems an der Donau, Schwechat und Wiener Neustadt nicht auf die Anfrage. Insgesamt blieb die Hälfte der bundesweit 28 angeschriebenen Städte und Gemeinden eine Antwort schuldig.
Die flammende Forderung der Umweltschützer: Bund und Länder sollen Städte mit Geld, Personal und Fachwissen unterstützen. Denn jeder zusätzliche Schattenplatz und jeder geschützte Grünraum kann helfen, die Lebensqualität in den heißen Sommern zu bewahren. Die Landeshauptstadt St. Pölten hat dafür bereits eine Grundlage – nun gilt es, die Vorhaben konsequent weiterzuentwickeln.
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