Vor einem Jahr deckte die „Krone“ den tragischen Tod einer Mühlviertlerin auf, für die trotz lebensbedrohlicher Diagnose keine Spezialklinik gefunden werden konnte. Der Fall erschütterte das Gesundheitswesen in Oberösterreich. Jetzt ziehen die Verantwortlichen Bilanz, was sich seither verändert hat.
Das Schicksal einer Mühlviertlerin, die nach dem Riss ihrer Hauptschlagader in keine spezialisierte Klinik verlegt werden konnte, wurde zur Zäsur für das Gesundheitswesen in Oberösterreich. Die von der „Krone“ aufgedeckten Hintergründe zeigten schonungslos auf, was im medizinischen Ernstfall trotz eingespielter Routinen nicht funktionierte.
Ärzte telefonierten vergeblich von Wien über St. Pölten, Linz und Salzburg bis nach Passau, um einen Platz in einer Herzchirurgie zu bekommen. Ein Rettungshubschrauber stand in der Nacht für einen möglichen Transport erst gar nicht zur Verfügung.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das Gesundheitswesen in Oberösterreich in den letzten zwölf Monaten durchaus gestärkt worden ist.

Gesundheitsreferentin und LH-Vize Christine Haberlander
Bild: FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR
Nach der Aufarbeitung durch eine Expertenkommission und deren konkreten Verbesserungsvorschlägen wurde das Notfallmanagement für derartige Fälle neu organisiert. Kostja Steiner, Ärztlicher Direktor des Klinikums Rohrbach und Leiter des Projekts Eskalationsmanagement, erklärt: „Die Wege sind ganz klar geregelt, und zwar für alle Krankenanstalten.“
Hier ist der Grundstein gelegt. Der ist sehr schnell und sehr problemlos umgesetzt worden. Es ist wirklich von allen Seiten getragen worden.

Kostja Steiner, Ärztlicher Direktor Klinikum Rohrbach
Bild: FL
Konkret heißt das: Können drei festgelegte und angefragte Spezialkliniken einen Notfallpatienten nicht aufnehmen, muss das ursprünglich zuständige Zentrum die Versorgung übernehmen. Auch dann, wenn dort eigentlich keine Kapazitäten mehr frei sind.
Bei herzchirurgischen Notfällen kommt dabei dem Kepler-Uniklinikum in Linz eine zentrale Rolle zu. Dessen Chef Meinhard Lukas sagt: „Dann tun wir das Menschenmögliche, diesen vierten oder fünften Patienten in irgendeiner Weise zu behandeln.“
„Rotes Telefon“ und Hubschrauber für die Nacht
Zusätzlich gibt es seit Juli eine Art „rotes Telefon“, das die direkte und vorrangige Kommunikation zwischen den Ärzten der Spitäler sicherstellt. Damit sollen wertvolle Minuten gespart werden, weil langwierige Vermittlungen und Warteschleifen wegfallen. Und eine weitere Verbesserung gibt es inzwischen: Seit 25. September steht in Oberösterreich auch nachts ein Rettungshubschrauber zur Verfügung.
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