Hegseth-Plan gestoppt

Trump verbietet Livestream von Hinrichtung doch

Außenpolitik
15.10.2026 16:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hatte eine öffentliche Übertragung der geplanten Hinrichtung eines verurteilten Attentäters als mögliches Abschreckungsmittel ins Spiel gebracht. Nun schafft er Klarheit: Der frühere Armeepsychiater Nidal Malik Hasan soll wie geplant durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden – allerdings ohne Livestream. Eine besondere Möglichkeit räumt Trump den Angehörigen der Opfer ein.

In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social begründete Trump seine Entscheidung mit der Schwere der Tat und der Frage, wie die USA mit Terroristen umgehen sollten. Zugleich verwies er auf Menschen, die den Tod eines Verurteilten nicht live oder über andere visuelle Medien verfolgen wollten.

„Ich denke, dass die Übertragung der Hinrichtung im Livestream für alle ein starkes Abschreckungsmittel hätte sein können, damit die Welt sieht, wie Amerika mit Terroristen und Abschaum wie Hasan umgeht“, schrieb Trump. Viele gute und wohlmeinende Menschen würden es jedoch vorziehen, seinen Tod weder per Livestream noch über andere visuelle Medien mitzuverfolgen.

Angehörige dürfen dabei sein
Die Hinrichtung werde zum vorgesehenen Termin durch ein Erschießungskommando vollzogen, kündigte der Präsident an. Eine Übertragung werde es nicht geben. Die unmittelbaren Familien der Opfer könnten der Hinrichtung allerdings persönlich beiwohnen, wenn sie das wollten. „Sie verdienen es, Gerechtigkeit zu erleben!“, schrieb Trump.

Hasan war Major der US-Armee und hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas 13 Menschen getötet, darunter eine schwangere Soldatin. Auch ihr ungeborenes Kind starb. Weitere 32 Menschen wurden nach Trumps Angaben schwer verletzt.

Trump erhebt schwere Vorwürfe gegen Obama-Regierung
In seinem Beitrag griff Trump auch die damalige US-Regierung unter Präsident Barack Obama an. Das FBI habe elektronische Kommunikation zwischen Hasan und dem radikalen, im Jemen geborenen US-amerikanischen Geistlichen Anwar al-Awlaki abgefangen. Ermittler einer Anti-Terror-Einheit des FBI seien bei der Prüfung von Hasans E-Mails jedoch zu dem Schluss gekommen, dass diese keine Bedrohung darstellten.

Diese Einschätzung sei später als ein wesentlicher Fehler der Geheimdienstarbeit bewertet worden, behauptete Trump. Der Präsident bezeichnete Hasan als Verräter und als „sehr bösen und schlechten Menschen“.

Trump ließ sich mit Entscheidung Zeit
Die geplante Hinrichtung hatte zuletzt auch wegen der Diskussion über eine mögliche Liveübertragung für Aufsehen gesorgt. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte angekündigt, die für Dezember vorgesehene Exekution im Livestream übertragen zu wollen.

Vizepräsident JD Vance distanzierte sich öffentlich von diesem Vorhaben. Trump erklärte anschließend, dass noch keine endgültige Entscheidung über eine Übertragung gefallen sei. Nun steht fest, dass die Hinrichtung nicht gestreamt wird.

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