Nach dem Millionenrückruf wegen Lenkungsproblemen bereitet VW nun den nächsten Rückruf vor: Bei Tausenden Elektroautos kann die Batterie plötzlich Feuer fangen. Und tatsächlich ist es bereits zu einigen Bränden gekommen.
Streng genommen sind es zwei Rückrufe, einer in den USA mit 22.524 Fahrzeugen vom Typ ID.4 sowie einer in Deutschland, bei dem nach Informationen des „Handelsblatts“ „eine niedrige fünfstellige Zahl“ von Fahrzeugen der ID-Familie betroffen ist. Genannt werden VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz, dazu kommen einige Tausend Cupra Born. Skoda-Modelle sollen von dieser aktuellen Aktion nicht betroffen sein.
In den USA ist es bereits zu einigen Bränden gekommen. Zwischen Jänner 2024 und August 2026 wurden in den USA 23 entsprechende Fälle beziehungsweise Beanstandungen erfasst. Vom Rückruf betroffen sind dort Fahrzeuge, die zwischen 1. Jänner 2023 und 1. Februar 2025 gebaut wurden. Die Batterien stammen von SK Battery America.
Laden vorerst nur bis 80 Prozent
Das Fehlerbild ist in Deutschland das Gleiche wie in den USA. Entsprechende Rückrufaktionen für weitere europäische Märkte werden derzeit vorbereitet. Volkswagen hat bei internen Qualitätsprüfungen festgestellt, dass einzelne Hochvoltbatteriezellen aufgrund von Produktionsfehlern beim Zulieferer die Qualitätsvorgaben nicht erfüllen. Kritisch kann offenbar ein hoher Ladezustand werden.
Betroffen sind in Europa Elektroautos aus den Produktionsjahren 2022 bis 2025. Volkswagen bestätigt ein Qualitätsproblem bei einzelnen Zellen.
Volkswagen Großbritannien beschreibt das Problem bereits offiziell: Bei betroffenen ID.3, ID.4 und ID.7 könne es oberhalb von 80 Prozent Ladestand zu einer Überhitzung und damit zu Brandgefahr kommen. Auch für ID. Buzz und ID. Buzz Cargo gibt es eine entsprechende Information.
Als Vorsichtsmaßnahme wird der maximal verfügbare Ladestand bei betroffenen Fahrzeugen vorübergehend auf 80 Prozent begrenzt. In Großbritannien hat Volkswagen mit dieser Maßnahme in der Woche ab 12. Oktober begonnen. Die Änderung kann bei entsprechend vernetzten Fahrzeugen per Software aus der Ferne erfolgen.
Welche Autos tatsächlich betroffen sind
Entscheidend ist der verbaute Akku. Die gesamte Produktion eines Modells fällt damit nicht automatisch unter den Rückruf. Volkswagen grenzt die Fahrzeuge anhand von Produktionszeitraum, Batteriezulieferer und Zellchargen ein.
In Großbritannien gibt Volkswagen einen ersten Hinweis direkt im Fahrzeug: Lässt sich das maximale Ladeziel plötzlich nicht mehr über 80 Prozent stellen, wurde die Sicherheitsbegrenzung wahrscheinlich bereits aktiviert. Betroffene Besitzer sollen zusätzlich von Volkswagen informiert werden.
Wie die endgültige Reparatur aussieht, steht noch nicht für jedes Fahrzeug fest. Nach Informationen des „Handelsblatt“ können die Werkstätten Hochvoltbatterie beziehungsweise Zellmodule prüfen und auffällige Module gegebenenfalls weiter untersuchen oder ersetzen.
Schon im Frühjahr großer Batterie-Rückruf
Der aktuelle Fall ist von einer bereits im Frühjahr gestarteten Rückrufaktion zu unterscheiden. Damals musste der Volkswagen-Konzern weltweit 94.031 Elektroautos wegen potenziell fehlerhafter Batteriemodule zurückrufen.
Betroffen waren 74.579 VW ID.3, ID.4, ID.5, ID. Buzz und ID. Buzz Cargo sowie 19.452 Cupra Born. In Deutschland waren es zusammen 28.158 Fahrzeuge. Die Abhilfe bestand aus einem Software-Update, einer Prüfung der Batteriemodule und bei Bedarf dem Austausch einzelner Module.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.