Das Timing ist seltsam. Während die Justiz auf ihre Personalnot mittels Streik aufmerksam macht, steigt in Innsbruck eine der brisantesten Haftverhandlungen des Jahres. Immo-Jongleur René Benko will in der U-Haft die Fußfessel. Aber ist das realistisch? Für Justiz-Insider spricht einiges dafür, die Zahlen sprechen aber jedenfalls dagegen.
Signa-Gründer, Immobilien-Jongleur, Millionen-Pleitier, verurteilter Straftäter. Und bald Fußfessel-Träger? René Benko nimmt heute, Mittwoch, erneut Anlauf darauf, den Innsbrucker Häfen verlassen zu dürfen. Experten und Justizinsider sind sich sicher: Die Chancen stehen besser denn je.
Haftprüfung ist nicht öffentlich
Die Haftprüfung, bei der über den Wechsel in den elektronisch überwachten Hausarrest für Untersuchungshäftling René Benko, der seine erste Haftstrafe wegen betrügerischer Krida bereits verbüßt hat, startet im Landesgericht Innsbruck um 9 Uhr und sollte maximal eine Stunde lang dauern.
Geleitet wird sie von jenem Richter, der den Tiroler vor einigen Wochen zu 30 Monaten Haft verurteilt hatte und auch im kommenden Prozess im Faktum Haselsteiner Anfang November den Vorsitz führen wird. Die Haftprüfung soll dem Vernehmen nach in einem kleinen Raum des LG Innsbruck steigen, ob Benko persönlich vorgeführt oder zugeschaltet wird, ist offen. Ebenso wie der Ausgang.
Braucht der Millionen-Pleitier Personenschutz?
Benko hat dem Vernehmen nach bereits eine 60 Quadratmeter große Wohnung in Innsbruck angemietet, in der er den elektronisch überwachten Hausarrest verbringen will. Gut möglich, dass er Personenschutz braucht, wenn er in der Öffentlichkeit auftaucht.
Für Justiz-insider spricht vieles dafür, dass der Signa-Gründer tatsächlich aus dem Häfen spazieren darf. Zumal er seit 20 Monaten in U-Haft sitzt, in der Zeit sogar schon seine erste rechtskräftige Verurteilung dank der 2/3-Strafe verbüßt hat.
Fußfessel in U-Haft absolute Ausnahme
Ein Blick auf die Zahlen zeichnet ein anderes Bild. In Österreich sind Stand 1. Oktober 2026 laut Insassenstatistik des Justizministeriums 1863 Personen in Untersuchungshaft. Und wie viele davon tragen eine Fußfessel? Laut BMJ eine Einzige! Mit dem 49-Jährigen wären es dann zwei von 1863 Personen, die ihre U-Haft im elektronisch überwachten Hausarrest verbringen.
Die „Krone“ wird live vom Landesgericht Innsbruck aus berichten.
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