Er spricht perfekt Deutsch, hat Kinder und Familie, führt ein Unternehmen und ist seit 35 Jahren in Salzburg. Doch nach einer Verurteilung samt bedingter Freiheitsstrafe entzog die Behörde dem gebürtigen Türken seinen Aufenthaltstitel. Weil er eine Gefahr für die Öffentlichkeit sein soll ...
Über zwei Jahre mit dem EU-finanzierten Reparaturbonus betrogen – deshalb bekam der im Pinzgau lebende und arbeitende türkische Handyshop-Betreiber 15 Monate Haft auf Bewährung. Die „Krone“ berichtete über die Verurteilung Anfang November 2025 im Landesgericht. „Ich war gierig“, gab der Selbstständige damals zu und legte ein reumütiges Geständnis ab. Den Schaden von 25.000 Euro machte er wieder gut.
Amt wollte dauerhaften Aufenthaltstitel streichen
Dennoch hatte die „Bedingte“ Folgen: Die Behörde schickte ihm ein paar Wochen später eine „Androhung einer Rückkehrentscheidung“ und entzog ihm per Bescheid seinen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt EU“. Da wegen des Rechts auf Familie rechtlich eine Ausweisung nicht möglich war, erteilte ihm das Amt eine auf drei Jahren befristete Rot-Weiß-Rot-Karte.
Seit 35 Jahren hier Lebensmittelpunkt
Und das alles einem Mann, der als Kind hier aufgewachsen war, seit 35 Jahren seinen Lebensmittelpunkt hier hat, perfekt Deutsch spricht, ein Unternehmen führt und eine Familie mit Kindern gegründet hat. Doch für die Behörde sei er aufgrund der Verurteilung und einiger Verkehrsstrafen „eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“.
Dagegen reichte der Türke mit seinem Anwalt Sebastian Kinberger Beschwerde ein: „Anders als die Behörde hat das Gericht eine Gefährdungsprognose durchgeführt. Dabei wurde erkannt, dass er nicht gefährlich ist“, betont Kinberger. Tatsächlich gab ihm das Landesverwaltungsgericht Recht. Ergo: Er darf weiter dauerhaft im Land bleiben.
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