Mobilitätszentrum, Motel, Sky-Restaurant und Spielangebote unter einem Dach: In Klagenfurt soll im südlichen Bahnhofsumfeld ab 2027 ein neuer Ort der Begegnung entstehen. Gegenüber dem Südpark errichtet die Pletzer-Gruppe ein mehrstöckiges Mobility Center, das für die Koralmbahn als Parkhaus dienen wird.
Mit dem Mobilty Center soll die neue Erreichbarkeit durch die Koralmbahn im Alltag ankommen. Mobility Klagenfurt verknüpft den Wechsel der Verkehrsmittel mit Hotel, Handel und Gastronomie. Die Nutzungsmischung ist der Kern der Gebäude-Konzeption: Hier sollen einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt Menschen umsteigen, übernachten, einkaufen und einander begegnen. Eigentümer des Areals und Bauherr ist die Tiroler Pletzer-Gruppe, der auch das Einkaufszentrum Südpark gehört. Der Kostenpunkt für das Mobility Center beträgt 15 Millionen Euro.
„Im Erdgeschoß verbindet sich das Mobilitätszentrum mit einem Geschäft, in dem Fahrräder, E-Bikes und Scooter ausgeliehen und gekauft werden können“, sagt Architekt Peter Lorenz. „Eine Bar macht Wartezeit zur angenehmen Pause und bietet Raum für Gespräche. Sharing- und Mietfahrzeuge sowie Parkierung sollen mit Bahn und öffentlichem Verkehr zu einer durchgängigen Reisekette verknüpft werden: ein rund um die Uhr zugängliches Mobilitätsangebot. Selbstfahrende Shuttles und ausgebaute Fußgängerwege sind als Verbindung zum nahen Hauptbahnhof vorgesehen.“
Im Dachgeschoß sollen Motel und Sky-Restaurant entstehen
Im Dachgeschoß ist ein „motelartiges“ Hotel geplant, das Bahn- und Autoreisenden kurze Wege bietet. „Den Höhepunkt bildet ein Sky-Restaurant mit Café und Dachterrasse mit Blick über Klagenfurt. Ein Kinderspielplatz und eine geplante Rutsche von der Dachterrasse bis ins Erdgeschoß ergänzen das Angebot speziell für Familien“, sagt Lorenz.
Die verschiedenen Verkehrsangebote sollen mit Bahn und öffentlichem Verkehr zu einer durchgängigen Reisekette verbunden werden. Ziel ist ein auf 24 Stunden ausgerichteter Zugang zu den zentralen Mobilitätsleistungen – auch für frühe Abfahrten und späte Ankünfte. Kurze Wege, verständliche Information und verlässliche Verfügbarkeit sind dafür entscheidend.
Selbstfahrende Shuttles fahren zum Bahnhof
„Für den Weg zwischen Hauptbahnhof und Zentrum sind selbstfahrende Shuttles vorgesehen. Klagenfurt verfügt bereits über Erfahrung damit: Seit Sommer 2024 wurden automatisierte Shuttles in Klagenfurt-West zwischen Bahnhof, Universität und Lakeside Park erprobt. Die neue Verbindung soll daran anknüpfen, Strecke, Betriebsform und Genehmigungen sind in der weiteren Entwicklung festzulegen“, sagt Lorenz.
Die aufsteigende Spiralform macht Bewegung zur Architektur. Ein vorgeschlagenes Kunst-am-Bau-Projekt soll auf der Fassade die Geschichte und Zukunft der Mobilität erzählen – „ein unverwechselbares Eingangstor für den Stadtkern und Vorbild für andere Städte, wie Mobilität und urbanes Leben zusammengeführt werden können“, sagt Lorenz.
2028 soll Mobility Center fertig sein
Die geplante großflächige Photovoltaikanlage soll den Großteil des Strombedarfs im Gebäude decken und erneuerbaren Strom für das Laden von Elektrofahrzeugen bereitstellen. Eine positive Jahresenergiebilanz wird angestrebt.
Für Klagenfurt eröffnet sich damit die Chance auf ein Projekt mit internationaler Strahlkraft. „Als architektonische Ikone wird das Zentrum große Aufmerksamkeit auf die Stadt lenken, zusätzliche Besuchsanlässe schaffen und ihr Profil als innovativer Wirtschafts- und Tourismusstandort stärken“, meint Josef Six von der Pletzer-Gruppe.
Der Gestaltungsbeirat und die Stadtplanung Klagenfurt haben das Projekt positiv beurteilt. Auch von politischer Seite in Stadt und Land erhält das Vorhaben Unterstützung. Die Einreichplanung steht bevor. Der Baustart ist für 2027 vorgesehen, spätestens bis zum Jahr 2028 soll das mehrstöckige Areal fertig sein. 2030 ist der 27,3 Kilometer lange Semmering-Basistunnel fertig. Dann rollen noch mehr Bahngäste aus der Steiermark und Wien an, ist das Mobility Center mehr als gefragt.
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