Präsident unter Druck

Tschechiens Regierung bei Kommunalwahl im Aufwind

Außenpolitik
10.10.2026 20:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Bewegung von Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babiš könnte bei den Kommunalwahlen einen wichtigen Erfolg verbuchen. Nach ersten Hochrechnungen lag seine Partei ANO am Samstagabend in sechs von 13 Kreisstädten vorne. Ob sie dort tatsächlich die Bürgermeister stellen wird, ist allerdings noch offen - denn entscheidend sind auch die Koalitionsverhandlungen vor Ort.

Als mögliche Partner kommen vor allem die beiden kleineren Regierungsparteien infrage. Dazu zählen die Motoristen von Außenminister Petr Macinka und die rechtspopulistische Partei der direkten Demokratie (SPD) von Tomio Okamura. Beide erzielten in den Kreisstädten zwar nur einstellige Ergebnisse, könnten ANO aber dennoch zu Bürgermeisterposten verhelfen.

Für die Motoristen zeichneten sich allerdings Schwierigkeiten ab. Sie lagen in den meisten Städten unter der Fünf-Prozent-Hürde und dürften damit den Einzug in die Stadtvertretungen verpassen. In der Hauptstadt Prag konnte ANO nach den ersten Hochrechnungen ebenfalls kaum auf einen Sieg hoffen. Dort lag die rechtsliberale Bürgermeisterpartei STAN vorne, gefolgt von der konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS).

Stichwahlen um Sitze im Senat
Parallel zu den Kommunalwahlen fanden Teilsenatswahlen statt. Dabei könnten vier bis sechs Kandidaten bereits im ersten Wahlgang den Einzug in die zweite Parlamentskammer schaffen. Voraussetzung dafür ist, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten. Zu den aussichtsreichen Bewerbern zählten vor allem Vertreter von STAN und der christdemokratischen Volkspartei (KDU-ČSL).

In den übrigen 21 bis 23 Wahlkreisen ist für die kommende Woche eine Stichwahl zwischen den jeweils zwei bestplatzierten Kandidaten vorgesehen. Insgesamt wurde in 27 der 81 Senatswahlkreise neu gewählt. Die Senatoren werden für jeweils sechs Jahre bestimmt.

Bei den Kommunalwahlen waren die Tschechen aufgerufen, mehr als 6200 Stadt-, Gemeinde- und Ortsvertretungen für die kommenden vier Jahre neu zu besetzen.

Präsident Pavel flog für Stimmabgabe aus Marokko zurück
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte Staatspräsident Petr Pavel. Obwohl er ursprünglich angekündigt hatte, wegen einer privaten Reise nach Marokko nicht an der Abstimmung teilzunehmen, kehrte er kurzfristig nach Tschechien zurück. Bereits am Freitag gab er in seinem Wahlkreis im nordböhmischen Černouček seine Stimme ab.

Für die Rückreise mietete Pavel eine Privatmaschine einer marokkanischen Fluglinie. Zuvor hatte es Kritik sowohl aus den Reihen der Regierungskoalition als auch von der Opposition gegeben. Der Präsident räumte anschließend einen „Fehler“ ein, den er bedauere.

Kommentatoren vermuten, dass Pavels Entscheidung auch mit den Präsidentschaftswahlen im Jänner 2028 zusammenhängen könnte. Eine erneute Kandidatur gilt als wahrscheinlich, öffentlich festgelegt hat sich der Präsident dazu bislang jedoch nicht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung