Alltagseinkäufe in Supermärkten wurden zuletzt immer teurer. Die „Krone“ war beim Salzburger Sozialmarkt und sprach mit den Menschen über die explodierenden Preise. Viele mit geringem Einkommen – darunter auch Teilzeitbeschäftigte und Alleinerziehende – blicken besorgt in die Zukunft.
Vor dem Sozialmarkt (SOMA) in der Plainstraße in der Elisabeth-Vorstadt warten bereits sechs Menschen vor einem Absperrseil. Seit der Corona-Pandemie dürfen in dem Laden für einkommensschwache Salzburger maximal zwölf Kunden gleichzeitig einkaufen.
„Ich stecke mitten in der Scheidung. Seit ich auf mich allein gestellt bin, kann ich mir die Lebensmittel bei großen Supermarktketten nicht mehr leisten.“

Elena, alleinerziehende Mutter
Bild: Andreas Tröster
Die „Krone“ trifft dort auf Elena. Sie ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes (9) und traut sich, öffentlich über ihre Notlage zu sprechen. Weil sie Teilzeit arbeitet, kommt sie finanziell kaum über die Runden. „Meine Miete allein beträgt schon 1000 Euro.“ Damit ist die 35-jährige Rumänin längst nicht mehr allein.
Armut trifft Alleinerzieher und sogar Studenten
Früher sind hauptsächlich Pensionisten zu uns gekommen. Mittlerweile haben immer mehr Menschen weniger Geld. Unsere Kunden sind Alleinerziehende, Studenten, Arbeitslose, Mindestpensionisten und Asylwerber“, sagt SOMA-Vorständin Elisabeth Dank. Im Monat suchen rund 1200 Menschen den Laden auf. Die Zahl steigt seit Jahren.
„Produkte wie Käse, Brot, Wurst, Milch oder Tiefkühlkost sind viel zu teuer geworden. Ich muss mir aufteilen, wann ich was esse.“

Josef, Mindestpensionist
Bild: Andreas Tröster
Auch Josef kauft seit Jahrzehnten beim SOMA ein. „Ich komme mit einem Einkauf die ganze Woche aus. In meinem Alter braucht man nicht mehr so viel“, sagt der Mindestpensionist. Für ihn sind Käse, Brot, Wurst, Fisch, Milch oder Tiefkühlkost im normalen Handel nicht leistbar. „Die Produkte sind um mindestens zwei Drittel günstiger“, so der 84-Jährige.
Die Lebensmittel werden dem Laden von großen Supermarktketten, Bauern oder Bäckereien gespendet. Es gibt eine klare Regelung, wer hier einkaufen darf: „Bei uns braucht man einen Einkaufspass, den bekommt man nur, wenn man eine Einkommensgrenze nicht überschreitet“, erklärt Chefin Dank.
Die Mitarbeiter kontrollieren die Pässe streng vor dem Eintritt. Das scheint die Betroffenen aber nicht zu stören. „Die meisten Menschen sind so dankbar und sagen, dass sie es ohne uns nicht schaffen würden. Das treibt uns an“, so die Leiterin. Aktuell arbeiten rund 100 Ehrenamtliche im SOMA. Das reicht laut Dank aber nicht: „Wir brauchen noch dringend mehr Freiwillige!“
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