Die Premiere der ersten deutschsprachigen Inszenierung des Disney-Musicals „Arielle, die Meerjungfrau“ sorgte Freitagabend mit einem tollen Ensemble, überraschenden Ideen und Bühnentricks für verdiente Standing Ovations.
Vergessen Sie die Malediven oder das Great Barrier Reef. Für einen Tauchgang in die Unterwasserwelt reicht ein Sprung ins Stadttheater Baden. Hier tummeln sich bunte Fische, leuchtende Quallen, Seepferdchen – und natürlich schillernd-schöne Meerjungfrauen.
Tricks aus der Theaterkiste
Der ersten deutschsprachigen Inszenierung des hinreißenden Disney-Klassikers „Arielle, die Meerjungfrau“ bereitet Andreas Gergen, der künstlerische Leiter des Hauses, mit seinem Kreativteam eine prachtvolle Szenerie. Wo andere Häuser modernste Technik einsetzen können, wird hier mit großem Einfallsreichtum jeder Trick aus dem Theaterkästchen gezaubert, um vor den Augen der großen und der (hörbar begeisterten) kleinen Besucher eine bildgewaltige Märchenwelt entstehen zu lassen.
Bei den Hauptrollen ins Meerblaue getroffen
Das Musical mit der Musik von Alan Menken basiert lose auf Hans Christian Andersens „Die kleine Meerjungfrau“, allerdings mit erfreulicherem Ende: Als ein Prinz Schiffbruch erleidet, rettet sie ihn ans Ufer und verliebt sich unsterblich in ihn. Zum Leidwesen ihres Vaters, König Triton, der den Menschen wenig abgewinnen kann. Und so geht Arielle einen unheilvollen Handel mit der Meerhexe ein. Sie tauscht ihre einzigartige Stimme gegen Beine ein. Nur drei stumme Tage bleiben ihr, um sich den Prinzen zu angeln . . .
Auch bei den Hauptrollen hat man ins Schwarze (beziehungsweise Meerblaue) getroffen: Anna Rosa Döller ist eine feenhafte Arielle, deren Stimme den kristallklaren Anforderungen gerecht wird. Sehr sympathisch ist Timotheus Hollweg als Märchenprinz Erik, der nicht nur gesanglich ideal an Arielles Seite passt.
Diabolische Meerhexe Ursula sorgt für Gruselmomente
Sichtliche Freude an ihrer Rolle als diabolische Hexe Ursula hat Musical-Ikone Maya Hakvoort – sie sorgt mit ihren Tentakeln für manchen Gruselmoment. Andreas Lichtenberger tritt mit beeindruckender (falscher) Muskelkraft als strenger aber liebevoller Vater Triton auf.
Ramesh Nair gelingt die Gratwanderung, als Sebastian, die aufgescheuchte Krabbe „mit viel zu weichem Kern“, für Lacher zu sorgen, ohne zu sehr in den Klamauk abzudriften. Ein absolutes Highlight ist Doktorfisch Fabius: Der erst zehnjährige Thamos Hollweg groovt stimmgewaltig und tanzfreudig über die maritime Showbühne.
Am Ende des Musicalvergnügens für die ganze Familie dürfen Arielle und ihr Prinz in ein richtig schön kitschiges Grande Finale eintauchen. Langer Jubel und Standing Ovations inklusive.
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