Landesvize kritisiert:

„Ardo-Kaltschnäuzigkeit ist eine Kriegserklärung“

Niederösterreich
09.10.2026 16:45

Zwischen grünen Gemüsefeldern und großer Zukunftsangst kämpfen die Bauern im niederösterreichischen Marchfeld um ihre Existenz. Während der Landesvize deutliche Worte in Richtung des belgischen Tiefkühlkost-Produzenten Ardo findet, keimt hierzulande wenigstens ein bisschen Hoffnung auf ...

Der Blick schweift über die Gemüsefelder des Marchfelds, wo seit Generationen mit viel Fleiß und Können österreichisches Gemüse wächst. Doch über der fruchtbaren Landschaft liegt derzeit ein schwerer Schatten. Denn mit dem geplanten Aus für das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf droht Hunderten Bauern ein wichtiger Abnehmer wegzubrechen. Beim Lokalaugenschein mit Landesvize Stephan Pernkopf und Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Lorenz Mayr – unter anderem beim Obmann der ETG (Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse) Robert Kriegl – ist die Sorge um die Zukunft der heimischen Gemüseproduktion greifbar.

Nein trotz Übernahmenangeboten
„Die Ardo-Kaltschnäuzigkeit ist eine Kriegserklärung!“, findet Pernkopf deutliche Worte. „Mir geht’s persönlich um den Erhalt der österreichischen Gemüseproduktion hier im Marchfeld.“ Aus eigener Erfahrung wisse er, wie viel Arbeit hinter der Qualität der heimischen Erzeugnisse stecke. Umso härter treffe es die Bauern, dass Ardo trotz Übernahmeangeboten und angebotener Unterstützung am Aus festhalte. Pernkopf fordert einen Schulterschluss zwischen Handel, Qualitätsmarken wie Iglo, Konsumenten und Landwirtschaft. Auch mit Arbeiterkammerpräsident Markus Wieser sei er eng abgestimmt.

Spinat vor dem Aus?
Was die Schließung konkret bedeuten könnte, schildert Kriegl eindringlich: Blattspinat, Cremespinat, Passierspinat und Rotkraut könnten verschwinden. Für diese Produkte gebe es in Österreich keine andere entsprechende Verarbeitungslinie. „Trotz Übernahmeangebote will Ardo nichts davon verkaufen, vermieten oder was auch immer“, kritisiert der ETG-Obmann.

Auch Lorenz Mayr warnt vor den Folgen für rund 500 bäuerliche Betriebe im Marchfeld. Nach Jahrzehnten der Zusammenarbeit drohe der Verlust eines wichtigen Abnehmers. Besonders dramatisch sei die Lage beim Blattspinat.

Robert Kriegl, Landwirt in Rutzendorf/Groß-Enzersdorf, Stephan Pernkopf und Lorenz Mayr
Robert Kriegl, Landwirt in Rutzendorf/Groß-Enzersdorf, Stephan Pernkopf und Lorenz Mayr(Bild: pomassl-fotografie)

Spar setzt auf Marchfeld-Alternative
Dass heimische Ware auch künftig ihren Platz im Tiefkühlregal haben soll, betont Spar-Chef Alois Huber: „Als die Schließung des Ardo-Werks bekannt wurde, war für uns sofort klar: Wir wollen weiterhin österreichisches Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld in unseren Regalen und damit auch die Wertschöpfung für die heimischen Bäuerinnen und Bauern sichern.“

Ab Sommer 2027 soll Schneider’s Gemüseland einen Großteil der bisher bei Ardo erzeugten Marchfelder Tiefkühlgemüseprodukte für Spar übernehmen. Huber sieht darin ein Beispiel für verantwortungsvolles Unternehmertum: „Nicht jammern, nicht Schuldige suchen, sondern Verantwortung übernehmen und Lösungen schaffen.“

Für die Bauern im Marchfeld bleibt die bange Frage, ob sich genügend neue und langfristig sichere Absatzwege finden lassen. Denn hinter dem Streit um ein Werk stehen nicht nur Maschinen und Produktionslinien, sondern bäuerliche Familien, regionale Arbeitsplätze und die Zukunft heimischer Lebensmittel auf unseren Tellern. Wir tun, was in unserer Macht steht‘, versichert Pernkopf beim Abschied.

Efko ebenfalls interessiert
Aktuell wurde auch bekannt, dass der oberösterreichische Efko-Konzern Interesse an Standort und Produktion anmeldet. Gemeinsam mit Partnern wolle man laut „Standard“ einen Einstieg prüfen ...

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Niederösterreich

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung