Was Schaflinger plant

Neuer Spitalschef: „Mit mir wird es nicht einfach“

Steiermark
09.10.2026 13:35

Das größte steirische Unternehmen hat einen neuen Chef: Erich Schaflinger führt die Spitalsgesellschaft Kages mit fast 20.000 Mitarbeitern. „Mit mir wird es nicht einfach“, sagt er in Richtung Politik. Weitere Reformen sind jedenfalls notwendig.

Militärisch stramm steht Erich Schaflinger vor dem Mikrofon, als er als neuer Kages-Vorstandsvorsitzender am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Kein Wunder: „Wir haben beide das Militärgymnasium in Wiener Neustadt besucht“, verweist FPÖ-Klubobman Marco Triller auf die soldatische Vergangenheit. Bei Schaflinger folgte eine steile medizinische Karriere, zuletzt als ärztlicher Direktor im LKH Hochsteiermark (Leoben, Bruck, Mürzzuschlag). Seit 1. Oktober steht der 66-Jährige – für fünf Jahre – an der Spitze der steirischen Landeskrankenhäuser. Er hat sich im finalen Hearing einstimmig durchgesetzt.

Militärische Disziplin ist wohl auch notwendig, um den Kages-Apparat zu führen: 20.000 Mitarbeiter, 20 Spitäler, viele Interessen und Konflikte. „Mein Führungsstil ist es, Mitarbeiter in Entscheidungen einzubeziehen und an Bord zu holen. Sie sollen für die Firma rennen“, sagt Schaflinger. 

Zur Person

  • Erich Schaflinger (66) ist Facharzt für Innere Medizin. Er arbeitete von 1987 bis 1998 an der Med Uni Graz, wurde dann Primarius am LKH Mürzzuschlag.
  • Ab 2005 hatte er dort die Verantwortung als ärztlicher Direktor (seit 2022 für den gesamten Verbund Hochsteiermark). Ab 2020 stand er auch dem Landessanitätsrat vor. 
  • Der in St. Kathrein am Hauenstein wohnhafte Schaflinger wird auch weiterhin – für wenige Stunden in der Woche – seine Ordination in St. Barbara im Mürztal betreiben.

Weitere Strukturveränderungen notwendig
Im Hochsteiermark-Verbund führte er in den vergangenen Jahre große Strukturveränderungen durch, die gerade in Bruck für viel Widerstand sorgten. Nun muss Schaflinger steiermarkweit die Reformen des im Vorjahr beschlossenen RSG umsetzen. Offen ist etwa noch die Verlagerung der Orthopädie von Bad Radkersburg nach Deutschlandsberg, eine geteilte Ortho-Trauma-Abteilung in Schladming und Rottenmann sowie die Entscheidung, ob die Neurologie vom LKH Graz-Süd zum Standort West wandert oder doch bleibt. Und es wird darüber hinaus noch mehr Reformen brauchen, wie am Freitag betont wurde.

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Ich messe meinen Erfolg daran, ob die Patienten zufriedener, die Wartezeiten kürzer und die Ambulanzen nicht so überfüllt sind.

Erich Schaflinger

Dabei gab es innerhalb der Kages schon viele Veränderungen in den vergangenen Jahren. Es blieben zwar alle Standorte erhalten, sie wurden aber spezialisiert. Dazu kam die deutliche Erweiterung des tagesklinischen und ambulanten Angebots. „Der Erfolg gibt uns recht. Wir haben aktuell beim Personal de facto Vollbesetzung“, sagt Gesundheitslanderat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) und bedankt sich auch nochmals bei Schaflingers Vorgänger Gerhard Stark. „Es war nicht immer einfach, aber wir haben immer eine tragfähige Lösung gefunden.“ – „Mit mir wird es auch nicht einfach“, prognostiziert Schaflinger. 

Angespannte Budgetlage
Herausforderungen gibt es einige, etwa die angespannte Finanzlage. So spart das Land ja auch im Bereich der Krankenhäuser 30 Millionen Euro ein. Dennoch wird das Kages-Budget 2027 laut Finanzvorstand Ulf Drabek („Wir sind in der finalen Phase“) ausgeglichen sein.

Dazu kommt, dass der niedergelassene Bereich mancherorts wegbricht: Die Kages hat schon mit eigenen Ordinationen Teile der Versorgung für Frauen (Hartberg, Rottenmann) und Kinder (Deutschlandsberg) übernommen. Das könnte es künftig noch öfter geben. Laut Schaflinger prüft man gerade, eigene Gesellschaften für den niedergelassenen Bereich zu gründen. 

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Wir haben schon vieles in die richtige Richtung gelenkt, es ist aber noch viel zu tun in der Kages. 

Aufsichtsratsvorsitzender Peter Umundum

Zudem wird die Strategie des Unternehmens überarbeitet, sie soll bis Frühjahr 2027 stehen, so Aufsichtsratsvorsitzender Peter Umundum. Die große Aufgabe: „eine Verbesserung der Patientenzufriedenheit bei gleichzeitiger Kosteneinsparung“. Technologische Entwicklungen wie KI oder Robotik könnten helfen, dieses Ziel zu erreichen. 

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