Das Wirtshaus-Sterben ist kein Mythos – das sieht man auch in St. Martin bei Lofer. Dort ist im Dorfzentrum nur mehr der Gasthof zur Post offen. Die Stammtische lassen zwar nach, dafür gibt es seltene, treue Wiederkehrer, die die regionale Küche genießen.
Die geröstete Tiroler Leber, abgelöscht mit Rotwein, garniert mit herzhaftem Speck und Kartoffeln – Johannes Meindl serviert das gschmackige Gericht noch auf traditionelle Weise. Er sagt: „Nur wenige Wirten machen das noch.“ Stichwort wenige Wirte: In St. Martin bei Lofer hat nur mehr der Gasthof zur Post im Ortszentrum als klassisches Wirtshaus offen.
Auch Pilger machen Halt in der „Post“
Den Rückgang spürt Meindl auch bei der Kundschaft: „Früher hatten wir täglich Stammtische. Heute gibt es noch zwei, es wird viel weniger getrunken. Die Gäste sind weniger geworden, aber wir leben vom Tourismus.“
Einer der verbliebenen Stammtische ist der Bienenstammtisch. Regelmäßig trifft sich der Imkerverein bei der „Post“ und bespricht Vereinsthemen. Am Dienstag war etwa die asiatische Hornisse ein großer Aufreger, sie gilt ja als Gefahr für die heimische Bienenwelt.
Weniger oft, dafür kontinuierlich kommt etwa Katharina Karrer zur Post. Sie war auf Wallfahrt mit Freunden bei der Kirche Maria Kirchental. Die „Post“ gehört da zum Wallfahrtsprogramm: „Wir kommen aus Mattighofen und ich kehre einfach gerne hier ein. Es ist gemütlich und gutes Wirtshausessen. Es ist herzhaft, es schmeckt und die Leute sind nett. Das mag ich einfach.“
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