Seit Monaten war sein Rückzug angekündigt, am Montagabend wurde er vollzogen: Gottfried Reif (ÖVP) ist nicht mehr Bürgermeister im obersteirischen Scheifling. Er wurde in einem Rechtsstreit rund um eine Apotheke verurteilt.
Die Causa zog sich über Jahre und endete letztlich in einer rechtskräftigen Verurteilung: Es ging um den Bau einer Apotheke in der Gemeinde Scheifling (Bezirk Murau), wodurch der ansässige Hausarzt das Recht verlor, eine (lukrative) Hausapotheke zu führen. Weil Bürgermeister Gottfried Reif das Bauverfahren für die Apotheke zu lange hinausgezögert habe, wurde er wegen Amtsmissbrauch zu fünf Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt – das Urteil wurde heuer vom Obersten Gerichtshof bestätigt.
Reif betonte, stets nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet zu haben. Er kündigte dennoch seinen Rückzug als Ortschef „noch in diesem Jahr“ an, ließ den konkreten Zeitpunkt aber offen. Das sorgte für Unmut, auch eine Koalition gegen die ÖVP (bestehend aus FPÖ, SPÖ und Team Scheifling) ist nicht mehr ausgeschlossen. Zusammen hätte man acht von 15 Sitze im Gemeinderat, also eine knappe Mehrheit.
Nachfolger als Bürgermeister steht noch nicht fest
Am Montagabend legte der Bürgermeister sein Amt in einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung endgültig zurück. Wer ihm nachfolgt, steht noch nicht offiziell fest. Die Entscheidung soll „zeitnah“ erfolgen, heißt es von der Landes-ÖVP. Bis dahin führt jedenfalls Vizebürgermeister Thomas Auer von der FPÖ, dem bisherigen Koalitionspartner der Volkspartei, die Geschäfte. Er verweist auf Anfrage auf die nächste Gemeinderatssitzung am 5. November. Bis dahin müsse eine Lösung gefunden werden.
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