Nun Debatte in Krems

Zu heiß? Nächster Streit um kühle Kinderbetreuung

Niederösterreich
07.10.2026 09:15

Mehr als 30 Grad in der Ferienbetreuung beklagt die Kremser ÖVP und fordert Abhilfe. Die SPÖ unterstützte die Dringlichkeit ihres Antrags jedoch nicht. Bürgermeister Peter Molnar wirft der Opposition „Politshows“ vor – und kündigt selbst bis zu zehn mobile Klimageräte an.

Mehr als 30 Grad in Betreuungsräumen: Laut ÖVP war das im vergangenen Sommer in Krems Alltag. Die Belastung für Kinder und Beschäftigte sei entsprechend hoch gewesen. Die Forderung nach Abhilfe sorgt nun für politischen Streit – ähnlich wie zuletzt in St. Pölten.

Vizebürgermeister Florian Kamleitner wollte per Dringlichkeitsantrag den Kühlbedarf in den Schülerhorten Stein und Lerchenfeld sowie jenen Kindergärten erheben lassen, in denen Ferienbetreuung angeboten wird. Geeignete Lösungen sollten vorbereitet und die nötigen Mittel im Budget 2027 berücksichtigt werden.

ÖVP drängt auf Maßnahmen vor dem nächsten Sommer
Standorte mit Photovoltaikanlagen sollten bei der Priorisierung besonders berücksichtigt werden. Die Kremser Immobiliengesellschaft sollte rechtzeitig eingebunden werden, damit Verbesserungen möglichst vor der Sommerferienbetreuung 2027 umgesetzt werden können.

Die SPÖ unterstützte die Dringlichkeit allerdings nicht. Bürgermeister Peter Molnar kritisiert auf „Krone“-Anfrage, das demokratische Instrument werde in Krems derzeit oft für „Politshows“ missbraucht. Solche Anliegen könnten jederzeit im Bildungsausschuss eingebracht und beschlossen werden.

Die ÖVP begründet ihr Drängen hingegen damit, dass dieser Ausschuss seit dem Sommer nicht getagt habe. Weil das Budget gerade erarbeitet wird und Planung sowie Beschaffung Vorlauf benötigen, müsse das Thema rasch behandelt werden.

Ähnlicher Streit in St. Pölten endete mit Beschluss
Auch in St. Pölten stritten ÖVP und SPÖ zuletzt heftig über den Hitzeschutz an Schulen und Kindergärten. Dort stand am Ende dennoch ein einstimmiger Beschluss: Für alle Pflichtschul- und Kindergartenstandorte sollen entsprechende Pläne erstellt und die Kosten abgeschätzt werden.

Bis zu zehn mobile Klimageräte vorgesehen
In Krems betont Molnar, die SPÖ sei bereits von selbst tätig geworden. In den laufenden Budgetverhandlungen für 2027 sei ein Konzept mit bis zu zehn mobilen Klimageräten vorgestellt worden. Diese sollen im kommenden Sommer nach Bedarf in Hitzephasen eingesetzt werden und die Überhitzung von Volksschul- und Kindergartenräumen verhindern. Dort findet auch Ferienbetreuung statt.

Langfristig verweist der Stadtchef auf größere Bauvorhaben: Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollen drei der fünf städtischen Volksschulen um rund 25 Millionen Euro neu gebaut oder generalsaniert werden. Bis dahin sollen die mobilen Geräte als Übergangslösung helfen.

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