Grüner Bericht 2026

OÖ. Landwirte müssen sich dem Klimawandel anpassen

Oberösterreich
06.10.2026 15:30

Das heurige Jahr hat in der OÖ. Landwirtschaft gewaltige Schäden verursacht. Obwohl der Grüne Bericht 2026 vom Land OÖ nur die Jahre 2023 bis 2025 berücksichtigt, wird auch darin sehr viel Fokus auf die Klimawandelanpassung gelegt. Auch der positive Einfluss der EU-Mitgliedschaft wird hervorgehoben.

Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen und Monate ist immer noch vielerorts Gesprächsthema – besonders bei den heimischen Landwirten. Mit rund 200 Millionen Euro beziffern aktuelle Hochrechnungen basierend auf Zahlen der Österreichischen Hagelversicherung den direkten finanziellen Schaden alleine in unserem Bundesland. „Konkrete Zahlen wird es dazu aber frühestens im Winter geben. Indirekte Schäden, wie etwa Einbußen von Milchbauern, die ihr Vieh verkaufen mussten, werden sich aber erst später zeigen“, so Franz Sinabell, Agragökonom beim WIFO. 

Langfristige Planung
Am Dienstag wurde im Linzer Landhaus der Grüne Bericht 2026 vorgestellt. Laut dem OÖ. Landwirtschaftsgesetz muss dieser alle drei Jahre erstellt werden und beschäftigt sich mit Entwicklungen in der Land- und Forstwirtschaft. „Schließlich geht es in der Landwirtschaft um langfristige Planung. Da wird nicht für ein gutes Geschäftsjahr, sondern meist für die kommenden Generationen investiert“, so Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (ÖVP). Insofern müssen aus dem Jahr 2026 Lehren gezogen werden, wie man mit extremeren klimatischen Bedingungen umgehen kann.

116 Mio. Euro jährlich
In Oberösterreich bewirtschaften 28.844 land- und forstwirtschaftliche Betriebe rund 290.000 Hektar Ackerfläche und 206.000 Hektar Grünland. Etwa 85 Prozent davon nehmen am Agrarumweltprogramm ÖPUL teil, wie Hubert Huber, Leiter der Abteilung Land -und Forstwirtschaft betonte. Insgesamt werden für diese Maßnahmen in Oberösterreich rund 116 Millionen Euro jährlich ausgezahlt. 

Meisten Schweine, Rinder und Milch
Die Nase vorn hat Oberösterreich bei der Tierhaltung: 40 Prozent aller Schweine, 29 Prozent der Rinder und 31 Prozent der Milchkühe Österreichs leben in unserem Bundesland. Außerdem kommt 33 Prozent der österreichischen Milch aus dem Land ob der Enns. 

Alle profitieren von der EU
Aufgrund vieler und oft tiefgreifender Regulierungen durch die EU hat diese bei den heimischen Landwirten oft keinen guten Ruf. Der direkte Vergleich, den Ökonom Franz Sinabell mit Norwegen und der Schweiz angestellt hat, zeigt aber: „Der Strukturwandel verläuft dort ähnlich wie in der EU, und die Zufriedenheit mit der Situation ist vergleichbar“, so Sinabell. Dafür seien die Lebensmittelpreise und Erzeugungskosten dort viel höher, die Landwirtschaft brauche in diesen beiden Ländern drei mal so hohe Förderung wie innerhalb der EU. „Während die Milchwirtschaft in Österreich ihre internationale Marktposition stark ausbauen kann, fehlt den Milchbauern in der Schweiz und in Norwegen der Marktzugang. Zusammen betrachtet haben sowohl Bauern als auch Verbraucher bessere Bedingungen innerhalb der EU“, ist Sinabell anhand der Zahlen überzeugt.

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