Nach Kritik

Trump will Wahl-Werbespots selbst finanzieren

Außenpolitik
06.10.2026 09:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach Kritik an steuerfinanzierter Wahlwerbung will US-Präsident Donald Trump vor den Kongresswahlen im November nun selbst für seine Werbespots aufkommen. Außerdem soll jeder erwachsene US-Bürger 5000 Dollar bekommen, sollten die Republikaner die Midterms gewinnen.

Er habe beschlossen, „patriotische Anzeigen“ zu schalten und diese selbst zu bezahlen – „mit Geld, das ich für MAGA gesammelt habe“. MAGA steht für Trumps bekannten Slogan „Make America Great Again“, auf Deutsch „Macht Amerika wieder groß“. Zuvor hatte es heftige Gegenreaktionen auf TV-Spots gegeben, in denen für Trump geworben wurde und die aus Steuermitteln gezahlt worden waren.

In einem Ende September ausgestrahlten Wahlwerbevideo trat Trump etwa mit den Worten auf, „Amerika wird niemals ein kommunistisches Land sein“, während im Hintergrund ein Lied mit dem Refrain „Love Me“ (Liebe mich) zu hören ist. In einem weiteren Spot warnt der US-Präsident – unterlegt mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen, auf denen er einen Flur entlanggeht – vor einer „finalen Schlacht“.

Werbespots sind „Propaganda“ 
Die Anzeigen lösten sowohl bei den Demokraten als auch bei den Republikanern Kritik aus. „Man kann kein öffentliches Geld ausgeben, um sich selbst zu promoten“, sagte der republikanische Senator John Kennedy. Der demokratische Senator John Hickenlooper bezeichnete die Spots als „Propaganda“ und nannte sie „illegal“ und „unamerikanisch“. Das Weiße Haus und Trump selbst verteidigten die Anzeigen hingegen als patriotische Öffentlichkeitsarbeit, wie sie üblich sei.

5000 Dollar für jeden Erwachsenen
Trump hingegen ließ seine Follower auf Truth Social indes wissen, dass er jedem erwachsenen US-Bürger 5000 Dollar geben würde, sollten die Republikaner die Midterms gewinnen. Er freue sich schon darauf, „die Schecks zu unterschreiben“ (siehe Beitrag unten).

(Bild: truthsocial.com/@realDonaldTrump)

Präsident bald „lahme Ente“?
Die Kongress-Zwischenwahlen in den USA finden am 3. November statt. Die sogenannten Midterms sind der wichtigste Stimmungstest in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit. Aktuell befinden sich seine Republikaner in einem Umfragetief. Ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus oder gar in beiden Kongresskammern würde den 80-jährigen Präsidenten zur „lame duck“ (lahmen Ente) machen.

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