Splitterfasernackt. „Wir gehen gestärkt und geeint aus dieser Krise heraus.“ Wie bitte? Was will uns der oberösterreichische SPÖ-Landeschef nach diesem rabenschwarzen Sonntag für die Roten denn für einen Bären aufbinden? Realitätsverlust und Gesichtsverlust gehen bei führenden Sozialdemokraten offenbar Hand in Hand, vor allem wenn dieser Herr aus Oberösterreich uns auch noch weismachen will: „Wir haben als SPÖ eine dicke Personaldecke.“ Dick? Ja, viel zu dick aufgetragen. Die SPÖ, das hat der schwarze Sonntag bewiesen, steht personell vielmehr splitterfasernackt da.
Rabenschwarz. Wenn sich der krebskranke Finanzminister Marterbauer, den seine Parteifreunde als letzte Rettung in das Vizekanzleramt drängen, bis zum Jahreswechsel nicht gut erholt – was dann? Bleibt dann Andreas Babler Vizekanzler? Oder vertritt Babler Marterbauer als „stellvertretender Vizekanzler“ – den es gar nicht geben kann. Und wer wird SPÖ-Parteichef in einem halben Jahr? „Darüber werden wir natürlich in den nächsten Wochen und Monaten intensiv diskutieren“, sagt Bablers Stütze, der seltsame Herr Seltenheim. Was der Republik damit blüht: Ein weiterer Absturz der SPÖ in der Wählergunst, der auch gleich die ÖVP mitreißt, wenn, wie zu befürchten, in der Regierung nun endgültig Stillstand einkehrt. Allerspätestens seit diesem schwarzen Sonntag bei den Roten dämmert auch vielen Schwarzen (und Türkisen), dass ihnen selbst wie den Roten eine rabenschwarze Zukunft blüht.
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