Gesunde Schutzwälder sind für Vorarlberg von existenzieller Bedeutung. Allerdings sind diese selbst von diversen Gefahren bedroht. Wie schnell aus einem Schutzwald ein aufwendiges Aufforstungsprojekt werden kann, zeigt ein Beispiel aus dem Montafon.
Rund die Hälfte des Waldes in Vorarlberg – 49.000 von insgesamt 97.600 Hektar Waldfläche – erfüllt eine Schutzfunktion für Siedlungsgebiete und Infrastruktur. „Ohne intakte Schutzwälder wären rund zwei Drittel des Siedlungsraumes in Vorarlberg nicht bewohnbar“, betont Landesrat Christian Gantner. Mit dem bloßen Pflanzen von Bäumen ist es nicht getan, ein Schutzwald will entsprechend gepflegt werden. Doch die Forste schützen nicht nur, sie sind auch ständigen Angriffen ausgesetzt – die Gefahren sind vielfältig und reichen von Extremwettereignissen über Schädlingsbefall bis hin zu den negativen Folgen des Klimawandels.
Ohne intakte Schutzwälder wären rund zwei Drittel des Siedlungsraumes in Vorarlberg nicht bewohnbar.

Christian Gantner, Landesrat
Bild: Bernd Hofmeister
Wiederherstellung bis 2044 mit circa 3,4 Millionen Euro budgetiert
Wie schnell ein gesunder Wald zerstört werden kann, zeigt ein Beispiel aus dem Montafon. In Sankt Gallenkirch hat im August 2023 ein Sturm unzählige Bäume entwurzelt, in den Folgejahren kamen durch Borkenkäferbefall weitere Schadholzmengen hinzu – insgesamt bislang rund 13.000 Festmeter Holz.
Standortschutzwälder sichern Flächen, die durch abtragende Kräfte (Wind, Wasser, Schwerkraft) gefährdet sind.
Objektschutzwälder schützen Menschen, Siedlungen, Infrastruktur oder kultivierten Boden vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Rutschungen und speichern abfließendes Niederschlagswasser.
Bannwälder sind mit behördlichem Bescheid definierte Objektschutzwälder zur direkten Abwehr klar definierter Gefahren.
Diesen Wald im Bereich Seggeswald-Beerböda wieder aufzupäppeln, ist mit massivem Aufwand verbunden: Bereits in den Jahren 2025 und 2026 wurden rund 764.000 Euro investiert, insgesamt sind für die Wiederherstellung bis 2044 circa 3,4 Millionen Euro budgetiert. Allein für die Schadholzaufarbeitung mussten 18 Seilbahnanlagen errichtet werden, weiters wurde eine rund 2,1 Kilometer lange Forststraße angelegt. Parallel dazu läuft die Aufforstung auf Hochtouren, bis jetzt sind 32.000 Setzlinge (Fichte, Weißtanne, Lärche, Bergahorn, Rotbuche, Eberesche) gepflanzt worden.
„Aktionsraum Naturgefahren Montafon“
Generell ist das Montafon aufgrund seiner Größe und Höhenerstreckung das am stärksten von alpinen Naturgefahren bedrohte Tal Vorarlbergs. Die Veränderung des Klimas macht das Thema brandaktuell. Im Jahr 2025 ist der „Aktionsraum Naturgefahren Montafon“ eröffnet worden, um Bewusstsein zu bilden und zu sensibilisieren. Die Ausstellung greift zahlreiche historische Katastrophenereignisse auf und zeigt, wie die Menschen mit Naturgefahren umgegangen sind. Dabei wird insbesondere die herausragende Rolle des Waldes hervorgehoben.
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