Zur Neuauflage der Spritpreisbremse sind die Preise an den Zapfsäulen am Donnerstag gesunken. Fachleute raten dennoch zum Preisvergleich. „Die Spritpreisbremse schafft eine wichtige Entlastung, sie bedeutet aber nicht, dass an jeder Tankstelle derselbe Preis verlangt wird (...)“, sagte Hannes Taborsky, Landesobmann des Österreichischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbundes (ÖAAB) Wien.
So würden etwa unterschiedliche Betreiberstrukturen und gesetzliche Ausnahmen von der Margenbegrenzung eine Rolle spielen. Der ÖAAB hat laut eigener Aussage zahlreiche Rückmeldungen aus ganz Wien erhalten. „Sie zeigen, dass es sich trotz Spritpreisbremse weiterhin lohnt, die Preise genau zu vergleichen“, sagte Taborsky weiter. In einer Aussendung wurde der Spritpreisrechner der E-Control empfohlen. Dort werden nach der Eingabe des Standorts die nächstgelegenen Tankstellen und die fünf günstigsten Preise für den ausgewählten Treibstoff angezeigt.
Auch Mobilitätsklubs wie der ARBÖ und ÖAMTC bieten Spritpreisrechner beziehungsweise Apps an, um die billigste Tankstelle in der Nähe zu finden. Laut E-Control lag der Median für einen Liter Diesel am Donnerstag österreichweit bei 2,169 Euro. Das billigste Bundesland war Oberösterreich mit 2,159 Euro pro Liter, das teuerste Tirol mit 2,189 Euro. Bei Super betrug der Median am Donnerstag für einen Liter österreichweit 1,862 Euro. Auch dieser Treibstoff war in Oberösterreich am billigsten (1,854 Euro) und in Tirol am teuersten (1,879 Euro). Das hatte bereits am Mittwoch im Tiroler Landtag für heftige Diskussionen gesorgt: Die Opposition unterstellte der Landesregierung, zu wenig Verantwortung zu übernehmen.
Laut den offiziellen Daten der E-Control sind die österreichischen Durchschnittspreise bei Diesel und auch bei Super seit der Einführung der Spritpreisbremse um 8,1 Cent gesunken. Angekündigt hatte die Regierung jedoch eine Entlastung um zwölf Cent pro Liter. Diese ergeben sich aus der Reduktion der Mineralölsteuer und einer Margenbegrenzung. Die Behörde geht davon aus, dass die Preisbremse nach etwa einer Woche voll wirken werde.
Spritpreise auch in Deutschland gesunken
Auch in Deutschland sind zum Start des dortigen Tankrabatts die Spritpreise gesunken – und zwar um durchschnittlich 13 Cent. Laut dem deutschen Automobilklub ADAC kostete ein Liter Superbenzin am Donnerstag im Schnitt 2,114 Euro und Diesel 2,262 Euro.
Günstiger als in Österreich tanken Reisende im Regelfall unter anderem in Kroatien, Slowenien und Ungarn. Auch in Polen können Reisende beim Tanken derzeit etwas sparen. Superbenzin kostet dort umgerechnet 2,05 Euro pro Liter, Diesel 2,06 Euro pro Liter. Bis Jahresende sollen die Preise in unserem Nachbarland zudem sinken, da eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne eingeführt wird. Die Mehrwertsteuer auf Treibstoffe wird ab Samstag von 23 auf acht Prozent reduziert.
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