Hinweis bei Eingang

Wiener Mittelschule ruft „Waffenverbot“ aus

Äußerst skurril ist ein Aushang an der Eingangstür einer Mittelschule in Wien-Liesing. Darauf zu lesen: „Waffenverbot“. Eine reine „präventive Maßnahme“ soll es sein. Sieht man sich die Zahlen zu Gewalt an Wiener Schulen an, wird ersichtlich, woher der Wind weht …

„Rauchverbot, Hundeverbot, Waffenverbot im gesamten Schulgelände.“ Darüber mehrere Rufzeichen. Kaum zu glauben, aber: Das steht tatsächlich auf einem Aushang an der Eingangstür der Mittelschule Steinergasse in Liesing (siehe Bild). 

Natürlich sind Waffen an Schulen verboten, aber kam es in der Steinergasse etwa dennoch zu einem Zwischenfall?

„Präventive Maßnahme“ 
„Nein“, heißt es von der Bildungsdirektion kurzum. „An der Schule sind keine entsprechenden Vorfälle bekannt“, so eine Sprecherin. Die vorhergehende Schulleitung soll das Schild als „rein präventive Maßnahme“ angebracht haben. 

Dieser Hinweis hängt an der Tür der Schule.
Dieser Hinweis hängt an der Tür der Schule.(Bild: zVg)

Dass so ein Hinweis vorsorglich aufgehängt werden muss, ist mehr als bedenklich. Sieht man sich die gestiegenen Gewaltvorfälle an Schulen an, wird allerdings klarer, warum die Schulleitung den Aushang wohl für nötig hielt. 

Mehr körperliche Übergriffe 
Insgesamt wurden im Jahr 2025 985 Vorfälle – neuere Zahlen gibt es noch nicht – an Schulen, Unis oder sonstigen Bildungseinrichtungen zur Anzeige gebracht. 2024 waren es 838. Ein Anstieg von rund 17,5 Prozent.

Anzeigen wegen körperlicher Gewalt dominieren. 2025 wurden 706 derartiger Handlungen bei der Polizei gemeldet. Vor allem der Vergleich mit 2015 lässt aufhorchen: damals kam es nur zu 293 Gewaltdelikten an Bildungseinrichtungen. Die Zahl hat sich also mehr als verdoppelt! 

2025 wurden überdies 237 sogenannte Freiheitsdelikte verübt. Darunter zählen etwa gefährliche Drohungen oder Cybermobbing. Im Vergleich zu 2024 gab es hier einen besonders hohen Sprung: 31,7 Prozent mehr Vorfälle zählt die Polizei. Diebstähle oder Sachbeschädigungen wurden 2025 nur drei angezeigt, 2024 waren es sieben. 

Auch die 831 Suspendierungen im Schuljahr 2025/26 sprechen Bände. Die häufigsten Gründe laut Bildungsdirektion: körperliche oder verbale Übergriffe sowie gefährliche Drohungen. 

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