AMS-Chefin sagt warum

Jobsuche wird für ältere Menschen immer härter

Oberösterreich
02.10.2026 10:00

Heute sind fast 16 Prozent mehr Über-60-Jährige arbeitslos als noch vor einem Jahr. Das hat zwei Gründe, erklärt Iris Schmidt, Geschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Oberösterreich, im „Krone“-Gespräch.

Die Arbeitslosigkeit ist aktuell eine Generationenfrage: Während sie bei jungen Erwachsenen im September nur moderat angestiegen und bei den 30- bis 39-Jährigen sogar um 0,2 Prozentpunkte gesunken ist, legte sie bei älteren Menschen stark zu. In der Altersgruppe 60+ stieg die Zahl der Jobsuchenden sogar um knapp 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – siehe Grafik.

(Bild: Krone KREATIV)

„Ab 60 oder 61 wird es wirklich schwierig“
Das hat zwei Gründe, erklärt AMS-OÖ-Chefin Iris Schmidt. Erstens gebe es einen „statistischen Effekt“: Weil das Pensionsantrittsalter von Frauen schrittweise angehoben wird, verbleiben ältere Frauen in vielen Fällen nun länger in der Arbeitslosigkeit, bevor sie offiziell ihre Rente antreten. Und zweitens: „Menschen, die vorher schon schwer am Arbeitsmarkt integrierbar waren, haben es in einer kaum pulsierenden Konjunktur noch schwieriger“, sagt Schmidt. „Bei der Generation 50+ haben wir wenig Thema, aber ab 60 oder 61 wird es wirklich schwierig. Da braucht es eine Veränderung in der Haltung – von den Unternehmen und von den Menschen, die bei uns vorgemerkt sind.“

Die Industrie sucht wieder vermehrt Arbeitskräfte
Insgesamt waren im September 37.256 Oberösterreicher auf Jobsuche – um 3,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das ergibt mit 5,1 Prozent die drittniedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Zudem haben die offenen Stellen zugelegt, um knapp sieben Prozent auf mehr als 20.000. „Die produzierende Industrie hat wieder Nachfrage. Vor allem Metall und Elektro suchen vermehrt“, sagt AMS-Chefin Iris Schmidt.

Oberösterreich sei insgesamt auf einem guten Weg, meint Schmidt, aber: „Natürlich hängt alles von der geopolitischen Entwicklung ab. Oberösterreich als das exportorientierte Industriebundesland ist unmittelbar von einer Energiekrise und einem Öl-Krieg wie im Iran abhängig.“

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