Das ORF-musikprotokoll im steirischen herbst sorgt in Graz ab morgen zwei Wochen lang für spannende Begegnungen mit Neuer Musik. 33 Uraufführungen an zehn Spielorten und mit gut 500 Musikern stehen auf dem Programm.
Länger und noch vielfältiger präsentiert sich das musikprotokoll in diesem Jahr. Das liegt nicht zuletzt am Ausnahmeprojekt „Graz spielt Steve Reich“, zu dem Günter Meinharts Studio Percussion morgen von 0 bis 24 Uhr einlädt.
Auch das hochkarätige interdisziplinäre Symposium „Space, Time and Material“, das am 6. und 7. Oktober in Kooperation mit dem CERN das Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft untersucht, findet vor dem eigentlichen Konzertprogramm statt. Das startet am 8. Oktober mit dem Elektronik-Tag im Dom im Berg.
Konzerte im Dom im Berg und der List-Halle
Stolze 33 Uraufführungen, zehn Spielorte und 500 Musiker sind heuer unter dem Motto „Supernova“ vereint, um die Verbindung von Mikro- und Makrokosmos zu erforschen. Zu den Highlights gehören Elisabeth Schimanas musikalische Reise „In die Sonne“, die auf einem Buch von Arnold Hanslmeier basiert. Sie ist ebenso an Tag eins zu erleben wie zwei Stücke von Chris Henschke und Marcus Schmickler, die in direkter Verbindung zu CERN stehen, oder Andrew Lagowski, der sein langjähriges Projekt S.E.T.I. ausklingen lässt.
Tag zwei bringt das RSO Wien mit einem besonderen Gast in die List-Halle: Maria Kalesnikava, Musikerin und Menschenrechtsaktivistin aus Belarus, kann nun endlich vor Ort ihre Flöte zum Klingen bringen. Das Ensemble Zeitfluss setzt sich im Anschluss mit dem Setting eines Konzerts auseinander.
Der dritte Tag ist Beat Furrers Zyklus „Enigma“ gewidmet, der erstmals in Graz aufgeführt wird – gleich von mehreren Chören. Mit dem Ensemble Phace sowie einem Projekt von Jennifer Walshe klingt der Tag aus. Und am Sonntag (11. 10.) steht traditionell die Uraufführung der Oper des Gewinners des Fux-Kompositionswettbewerbs – Alexander Chernyshkovs „Heute schrieb ich nix“ – in Kooperation mit der KUG im Mumuth an.
Kinderstück und Ausstellung
Mit „Bunter Erbsentraum in der Klangschote“ gibt es erstmals einen eigenen Programmpunkt für ein junges Publikum. Eine Ausstellung im Volkskundemuseum, ein spannendes Projekt von Anke Eckardt im Kunsthaus und eine Arbeit von Ian Spektor im Graz Museum, der Alltagsgeräusche in der Ukraine eingefangen hat, als dort gleich mehrere Freunde von ihm getötet wurden, sowie die Nightline und das Ausklingen im Café Wolf ergänzen das umfangreiche musikprotokoll-Programm.
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