Der Name ist weg, das Kürzel bleibt – mit dem heutigen 1. Oktober verschwindet Sahra Wagenknecht offiziell aus dem Parteinamen des BSW. Aus dem „Bündnis Sahra Wagenknecht“ wird nun das deutlich sperrigere „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“.
Die Umbenennung war bereits im Dezember 2025 beschlossen worden. Damals hatte die Partei allerdings festgelegt, bei den Landtagswahlen 2026 noch unter dem Namen ihrer Gründerin anzutreten. Erst danach sollte der neue Name offiziell werden.
„Raider heißt jetzt Twix“
Das BSW selbst nahm den Namenswechsel mit einem bekannten Werbespruch auf die leichte Schulter. „Die Älteren werden sich erinnern: Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nichts“, teilte die Partei mit. „Ganz ähnlich ist es beim BSW.“
Das Kürzel bleibt also unverändert. Nach Angaben der Partei waren für dessen neue Langfassung Hunderte Vorschläge eingegangen. Ein Parteitag entschied sich schließlich für „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“.
Wagenknecht nur als Übergangslösung gedacht
Generalsekretär Oliver Ruhnert erklärte, der Name der Parteigründerin sei von Beginn an als Übergangslösung gedacht gewesen. Man habe Wagenknechts Namen und Popularität genutzt, um das politische Profil hervorzuheben und die neue Partei im Parteienfeld erkennbar zu machen. Mittlerweile habe sich das Kürzel BSW etabliert.
Wagenknecht hatte das BSW 2023 zunächst als Verein und Anfang 2024 als Partei gegründet. Zuvor war sie langjährige Politikerin der Linken und Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Inzwischen wird die Partei von den ehemaligen Linken-Politikern Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali geführt. Wagenknecht gilt laut „Zeit“ dennoch weiterhin als einflussreich.
Knapp an der Fünfprozenthürde gescheitert
Bei der deutschen Bundestagswahl 2025 verpasste das BSW den Einzug in den Bundestag knapp. Die Partei verbindet gesellschaftlich konservative und wirtschaftlich linke Positionen mit einer außenpolitisch natoskeptischen Haltung. Auf Landesebene war das BSW zeitweise an Koalitionen mit CDU und SPD beteiligt.
In Thüringen löste sich die BSW-Landtagsfraktion Anfang September auf, um die dortige CDU-geführte Regierung unabhängig von der Bundespartei weiterführen zu können. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt führt das BSW zudem Gespräche mit der AfD über eine mögliche Regierungsbildung. Die AfD wird vom deutschen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.