Abschied von Kdolsky:

„Starke Stimme“ und „das Herz am rechten Fleck“

Innenpolitik
30.09.2026 20:21

Mit 63 Jahren ist die frühere Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky ihrer Krebserkrankung erlegen. Die heimische Politik würdigte sie als „starke Stimme“ und jemanden, der „das Herz am rechten Fleck“ hatte. 

Mit großer Betroffenheit reagierte etwa die amtierende Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ): „Andrea Kdolsky war eine engagierte Ärztin und ehemalige Gesundheitsministerin, die sich mit großer Energie in den Dienst der Menschen gestellt hat. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Freundinnen und Freunden sowie allen, die ihr nahestanden.“ 

„Offenheit verdient Respekt“
Kdolsky habe insbesondere in den vergangenen Jahren auch persönlich große Stärke gezeigt. „Andrea Kdolsky ist offen mit ihrer Krebserkrankung umgegangen und hat damit vielen Menschen Mut gemacht. Sie hat über Ängste, Hoffnung und das Leben mit einer schweren Erkrankung gesprochen, ohne sich dahinter zu verstecken. Diese Offenheit verdient großen Respekt“, so Schumann.

Im Juli 2025 im „Krone“-Interview
Im Juli 2025 im „Krone“-Interview(Bild: Eva Manhart)

„Mit großer Betroffenheit habe ich vom viel zu frühen Tod von Andrea Kdolsky erfahren“, teilte Bundeskanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Christian Stocker mit. Als Fachärztin für Anästhesie am Wiener AKH habe sie die Anliegen der Patientinnen und Patienten und der Menschen im Gesundheitswesen aus eigener Erfahrung gekannt: „Andrea Kdolsky war eine Politikerin, die offen ausgesprochen hat, was sie dachte, und die nie davor zurückgeschreckt ist, für ihre Überzeugungen einzustehen, auch wenn das unbequem war. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt ihren Angehörigen, Freundinnen und Freunden und allen, die um sie trauern. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren“, so Stocker.

„Das Herz am rechten Fleck“
„Sie war ein Mensch mit Ecken und Kanten, charakterstark und voller Durchsetzungskraft, aber auch offen, ehrlich und immer lebensfroh. Sie hatte das Herz am rechten Fleck“, teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zum Ableben der Ex-Politikerin mit.

Besonders würdigt Mikl-Leitner auch den offenen Umgang Kdolskys mit ihrer Krebserkrankung: „Sie hat damit sehr vielen Menschen Kraft und Mut gegeben.“ Die Landeshauptfrau: „Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei ihrer Familie und allen, die ihr nahestanden.“

Auch die NEOS, die Kdolsky nach ihrem Austritt aus der ÖVP in Gesundheitsfragen beraten hatte, reagierten betroffen: „Andrea war eine leidenschaftliche Ärztin, eine engagierte Politikerin und eine geschätzte Wegbegleiterin. Sie hat sich für ein Gesundheitswesen eingesetzt, das die Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt. Sie hat klare Worte gefunden und sich nie gescheut, auch unbequeme Fragen anzusprechen“, sagt Parteichefin Beate Meinl-Reisinger.

Krebszentrum im Burgenland wird nach Kdolsky benannt
Auch aus dem Burgenland kamen Beileidsbekundungen, Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil zeigte sich „tief erschüttert“: „Das trifft mich persönlich sehr. Ihre Offenheit, ihre Menschlichkeit und ihre Kraft haben mich tief beeindruckt. Andrea hat viele Menschen berührt und viel bewegt.“ Das Maggie’s Centre in Oberwart, in dem krebskranke Menschen und deren Angehörige betreut werden, soll künftig den Namen der Ex-Ministerin tragen: „Für ihren Einsatz für das Burgenland und für alles, was sie für dieses Projekt geleistet hat, werde ich ihr immer dankbar sein.“

Andrea Kdolsky und Hans-Peter Doskozil
Andrea Kdolsky und Hans-Peter Doskozil(Bild: Landesmedienservice Burgenland)

Kdolsky hatte ihre Diagnose vor zwei Jahren erhalten und ihren Kampf gegen den Krebs wiederholt auch öffentlich thematisiert. Noch Mitte September hatte sie bei einem Vortrag im niederösterreichischen Langenzersdorf darüber gesprochen – und Betroffenen Mut gemacht. 

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