Soldaten verletzt

Nordkorea droht Südkorea nach Minenexplosion

Außenpolitik
30.09.2026 10:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wegen der Explosion einer nordkoreanischen Landmine im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea in der vergangenen Woche haben die Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten deutlich erhöht. Während die südkoreanische Regierung dem Norden einen Verstoß gegen das seit 1953 geltende Waffenstillstandsabkommen vorwirft, streitet die Führung in Pjöngjang die Verantwortung dafür ab. Es ist von „Militärgangstern“ und einer „inszenierten Verschwörungsfarce“ die Rede.

Zwei südkoreanische Soldaten waren am 21. September bei einer Explosion im südlichen Grenzgebiet der innerkoreanischen Grenze schwer verletzt, ein weiterer leicht. Am Montag sagte Verteidigungsminister Kang Shin Chul, man gehe davon aus, dass die Landmine von Nordkorea verlegt und höchstwahrscheinlich nicht durch Niederschläge an den Explosionsort gespült worden sei. Laut Kang ist das eine klare Verletzung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den zwei Staaten, da die Minen südlich der militärischen Demarkationslinie verlegt worden seien.

Kim Yo Jong auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2022
Kim Yo Jong auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2022(Bild: AP)

Vergeltungsschläge angedroht
Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, stritt nun in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Stellungnahme ab, dass nordkoreanische Soldaten jemals die Grenze zwischen den zwei Staaten überschritten hätten. Zudem warnte sie, dass Nordkorea „unverzüglich und gnadenlos“ Vergeltungsschläge durchführen werde, sollte das südkoreanische Militär auf nordkoreanische Soldaten schießen. Die Militärführung Südkoreas bezeichnete sie als „Militärgangster“ und deren Untersuchungsergebnisse als „inszenierte Verschwörungsfarce“.

Eine der am stärksten befestigten und verminten Grenzen
Südkorea und Nordkorea befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, der Koreakrieg endete 1953 nur mit einem Waffenstillstand. Beide Länder trennt die etwa vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone. In der Mitte dieses von Minen durchsetzten Streifens verläuft die Demarkationslinie. Es handelt sich um eine der am stärksten befestigten und verminten Grenzen der Welt. Geschätzt 800.000 Landminen sollen sich dort in der Erde befinden. Einige sollen noch aus der Zeit des Krieges stammen.

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