Tanken um 1 Euro/Liter

Justiz jagt nach Sprit-Schmäh zwei weitere Täter

Salzburg
29.09.2026 17:20

Wer würde nicht gern um einen Euro pro Liter Diesel tanken? Der „Krone“-Bericht rund um einen hier lebenden Serben (29), der monatelang mit zwei gestohlenen Tankkarten einer kroatischen Spedition trickste, schlug Wellen. Nun kam beim Prozess auf: Der Angeklagte hatte zwei Komplizen, die für die Firma gearbeitet hatten. 

Billig tanken um einen Euro pro Liter Diesel, und das nur bei einem bestimmten Tankautomaten im Salzburger Stadtteil Gnigl: Mit dieser Masche lockte der seit drei Jahren hier lebende und arbeitende Angeklagte. Möglich machten dies zwei gestohlene Tankkarten einer kroatischen Spedition.

„84 Fahrzeuge wurden betankt, teilweise kamen die Menschen mit Kanistern. 136 Tankvorgänge wurden gezählt“, führte der Staatsanwalt beim Prozess am Dienstag im Salzburger Landesgericht aus und bezifferte den Schaden mit insgesamt 68.000 Euro. Abgezapft wurden 54.000 Liter Diesel. Betrügerischer Datenverarbeitungsmissbrauch und Urkundenunterdrückung lauteten die strafrechtlichen Vorwürfe. 

Geld kassiert und an Komplizen weitergegeben?
Wenn die Leute zum Tanken kamen, erschien der Angeklagte meist selbst oder schickte einen Bekannten. Bezahlt wurde mit der entwendeten Tankkarte – zulasten der kroatischen Spedition. Danach verlangte der Angeklagte von seinen „Kunden“ einen Euro pro Liter.

Diese Tank-Trickserei lief von September 2025 bis Jänner 2026. Der beschuldigte Arbeiter, der sich finanziell um arbeitslose Eltern und Ehefrau kümmern muss, will das eingenommene Geld aber gänzlich weitergegeben haben. „Sein einziger Vorteil war: Er konnte gratis tanken“, führte der Verteidiger aus, kündigte dabei Verantwortungsübernahme samt Schadenswiedergutmachung an.

Weitere Ermittlungen zur Sprit-Schwindlerei
„Er gab das Geld denjenigen, die ihm die Tankkarten überreicht haben“, übersetzte die Dolmetscherin die Worte des 29-Jährigen. Selbst will er etwa 2500 Liter Diesel getankt haben – klarerweise kostenfrei. Nach einigem Hin und Her nannte er auch die Namen der mutmaßlichen Komplizen. Beide sollen für die geschädigte kroatische Spedition gearbeitet haben: einer als Lkw-Fahrer, der andere als Rechnungsprüfer. Damit zieht der Sprit-Schmäh weitere Ermittlungen nach sich: Der Staatsanwalt kündigte bereits bei der Verhandlung das nächste Verfahren an.

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Der Angeklagte machte einen reuigen Eindruck. Er hat an der Aufklärung der Straftat mitgewirkt und die 10.000 Euro sind seinem Einkommen viel Geld. 

Richter begründete seine Entscheidung zur Diversion

Und die Strafe für den Angeklagten? Aufgrund seiner „Mitwirkung an der Aufklärung“ bot ihm der Richter eine Diversion an: Sofern er insgesamt 10.000 Euro als Schadenswiedergutmachung in den nächsten zwei Jahren zurückzahlt, wird das Strafverfahren eingestellt. Sofort kündigte der Staatsanwalt dagegen eine Beschwerde an – das Oberlandesgericht muss prüfen. Also, Fortsetzung folgt bei der Sprit-Schwindlerei. 

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