Umbruch in Schladming

Aus für Geburtenstation, Neustart mit 2 Hebammen

Steiermark
29.09.2026 16:22

Ende einer Ära im steirischen Schladming: Am Mittwoch wird die Geburtenstation geschlossen. Zur Betreuung von Schwangeren gibt es künftig einen Hebammenstützpunkt – und eine bemerkenswerte Kooperation mit Salzburg.

Gerade einmal 90 Babys haben im Vorjahr in der Diakonissenklinik Schladming das Licht der Welt erblickt. Mit dem morgigen 30. September folgt das Aus für die kleine Station in der steirischen Ski-Hauptstadt. Werdende Mütter müssen in Zukunft nach Rottenmann – oder nach Schwarzach: Mit dem Nachbarbundesland Salzburg tritt am Donnerstag nämlich ein Kooperationsvertrag in Kraft. 70.000 Euro zahlt die Steiermark dann pro Quartal für Leistungen der Frauenheilkunde und der Geburtshilfe, damit Patientinnen aus dem Ennstal in Schwarzach versorgt werden.

„Mir ist bewusst, dass die Veränderungen in der Geburtshilfe in Schladming bei vielen Menschen mit Sorgen verbunden sind“, sagt ÖVP-Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl. „Als Arzt weiß ich aber, dass dieser Schritt aus medizinischer Sicht notwendig und richtig ist.“ 

Fakten

  • Das Hebammenzentrum in Schladming ist ab Oktober am Montag von 8 bis 12 Uhr, am Mittwoch von 15.30 bis 19.30 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet.
  • Das Leistungsspektrum der gynäkologischen Terminambulanz umfasst unter anderem die gynäkologische Vor- und Nachsorge (inklusive Ultraschalluntersuchungen), Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen, Beratung während und nach der Schwangerschaft, bei Wechselbeschwerden oder zum Thema Verhütung und Kinderwunsch.

Schwangere werden in Schladming aber weiterhin betreut. Zum einen bleibt die gynäkologische Terminambulanz (sie wird 2027 rechtlich in ein Ambulatorium umgewandelt), zum anderen startet ein darin angesiedelter Hebammenstützpunkt. Betrieben wird er von der Diakonissenklinik selbst, vorerst mit zwei Hebammen aus der Region, die im LKH Rottenmann angestellt sind und an drei Tagen in der Woche Mütter vor Ort unterstützen – vor, aber auch nach der Geburt. Auch ein telemedizinisches Angebot ist geplant.

„Wir stärken damit die Versorgung von Eltern und Kindern in unserer Region“, betont Karl Wohak, der ärztliche Direktor in Schladming. Im Idealfall begleiten die Hebammen die Patientinnen auch bei der Geburt selbst in Rottenmann.

Familie Lemmerer lobt die Geburtshilfe im LKH Rottenmann.
Familie Lemmerer lobt die Geburtshilfe im LKH Rottenmann.(Bild: Lemmerer)

Mehr Geburten in Rottenmann
Dort werden künftig sicher mehr junge Steirerinnen und Steirer das Licht der Welt erblicken – im Vorjahr waren es 193. Von der ersten Untersuchung bis zur Geburt begleitet wurde beispielsweise die Lehrerin Kristina Lemmerer (34). Sie schwärmt: „Man fühlt sich nicht wie irgendeine Nummer, sondern wird individuell wahrgenommen. Es war jederzeit jemand erreichbar.“

Kooperation mit Salzburg wird ausgebaut
Die Kooperation der Steiermark mit der Schwarzenberg-Klinik in Schwarzach (Salzburg) wird übrigens 2027 weitergeführt. Ab Juli nächsten Jahres gilt sie auch für stationäre, teilstationäre und ambulante Leistungen im Bereich der Allgemein- und Viszeralchirurgie. Die Steiermark zahlt dann 260.000 Euro pro Quartal.

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