Tat im Westjordanland
Radikale israelische Siedler griffen Familie an
Im Westjordanland ist es erneut zu massiver Gewalt radikaler israelischer Siedler gekommen. Mehr als 100 Extremisten waren nach Medienberichten an Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Jalud südlich von Nablus beteiligt. Diese versuchten, die Rückkehr einer palästinensischen Familie in ihr Haus zu verhindern.
Die israelischen Streitkräfte teilten mit, Soldaten und Polizisten seien an einem Einsatz gegen die Randalierer beteiligt gewesen. Laut der Mitteilung des Militärs war die Rückkehr der Familie im Voraus koordiniert gewesen. Die radikalen Siedler blockierten Straßen, setzten Gebäude und Fahrzeuge in Brand und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte. Dabei seien drei Polizisten verletzt worden. Zwei der Randalierer seien festgenommen worden.
Haus der Familie wurde angezündet
Nach palästinensischen Medienberichten setzten die Angreifer auch das Haus der palästinensischen Familie in Brand, die zurückkehren wollte. Ein Gericht hatte demnach zuvor der Klage der Familie stattgegeben und Siedler angewiesen, das von ihnen besetzte Haus zu verlassen. Die jüdischen Extremisten hatten die Familie zuvor den Berichten zufolge über längere Zeit hinweg bedrängt. Die Zeitung „Times of Israel“ berichtete, der neue Angriff habe die Rückkehr der Familie verhindert.
Regierung genehmigte über 100 neue Siedlungen
Seit ihrem Amtsantritt Ende 2022 genehmigte die israelische Regierung über 100 neue Siedlungen, wie der Sender BBC berichtete. Die Siedlungen sind nach Völkerrecht illegal und müssten laut dem Internationalen Gerichtshof so schnell wie möglich geräumt werden. Indes verurteilte der israelische Staatspräsident Isaac Herzog die jüngsten Siedlerangriffe und sprach von schwerwiegenden Gewalttaten. Diese seien ein „moralischer Makel und ein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit“. Sie müssten mit der vollen Härte des Gesetzes geahndet werden, forderte er.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gazakrieg weiter verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet.
Auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat deutlich zugenommen. Israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen Siedlergewalt vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen.

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