Gerhard Zeiler ist gewiss ein kluger Mann. Und als Medien-Multimillionär ist er jedenfalls ein erfolgreicher. Und wenn er sich als solcher nun den höchst ungewissen Kampf um die Führung der dramatisch geschwächten SPÖ antut, muss er wohl tatsächlich für die heimische Sozialdemokratie „brennen“. Eitelkeit oder Karrieredenken kann jedenfalls nicht der Grund dafür sein.
EINERSEITS wird er zuerst einmal die Partei, von den Landes-Chefs bis hin zu den zwei wirklichen Granden (nämlich dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und dem Gewerkschafts-Boss Wolfgang Katzian) für sich gewinnen müssen.
Und zusätzlich muss er einen statutengemäßen Weg finden, um den glücklosen, aber widerstrebenden Babler abzulösen.
ANDERERSEITS dürften die wirklich großen Schwierigkeiten für Zeiler dann erst beginnen. Dann ist der Gegner für den Arbeitersohn aus Wien-Favoriten nämlich der Arbeitersohn aus Radenthein in Kärnten. Also FPÖ-Chef Herbert Kickl, der mit seiner Partei, aber auch persönlich in der Kanzlerfrage meilenweit vor allen seinen Mitbewerbern liegt.
Und da werden dann wohl die schweren Geschütze aufgefahren. Auf der einen Seite gegen den Rechtspopulisten, der nur eine ewiggestrige Vision aufzuweisen habe. Auf der anderen Seite gegen den abgehobenen Multimillionär aus den USA, der das Land und die Probleme der arbeitenden Menschen gar nicht mehr verstehe.
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