Hernals

Baustart für Kröten-Tunnel

Wien
29.09.2026 11:30

Seit 10 Jahren bringen Frewillige tausende Kröten und Molche mit Kübeln  über die viel befahrene Neuwaldeggerstraße – und bewahren sie so vor dem sicheren Tod. Jetzt wird ihr Einsatz belohnt: fünf Tunnel sollen die Tiere künftig vor dem Überfahrenwerden schützen.

Jedes Frühjahr machen sich tausende Amphibien auf den Weg zum Hanslteich um dort zu laichen. Dabei müssen sie die Neuwaldeggerstraße überqueren. Für viele endete die Wanderung bislang tödlich. 

Tierschützer vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) kämpften jahrelang verzweifelt um das Überleben der Tiere. Sie stellten Schutzzäune auf, sammelten die Tiere mit Kübeln ein und brachten sie sicher auf die andere Seite. Darunter auch der stark bedrohte Alpenkammmolch.

Die Betreuung der Zäune verlangte den Helfern einiges ab. Denn auch zu anderen Jahreszeiten wandern Tiere über die Straße. Im Sommer verlassen die kleinen Babykröten- und frösche den Teich und im Herbst ziehen sie zu ihren Winterquartieren.

Für viele Tiere endete die Wanderung bislang tödlich
Für viele Tiere endete die Wanderung bislang tödlich(Bild: VGT.at)

Nun ist eine Lösung in Sicht: Am Montag war Spatenstich für eine neue Amphibienschutzanlage. Insgesamt fünf Tunneldurchlässe zwischen dem Kreisverkehr Marswiese bis zum Parkplatz des Restaurant Klee am Hanslteich werden errichtet. Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ) hatte den Bau bereits im Februar zugesagt. Am Schottenhof in Penzing ist laut VGT eine ähnliche Schutzanlage fast fertiggestellt. Finanziert weren die Tunnel mittels EU-Geldern. Auch Reptilien, Kleinsäuger und andere Wildtiere wie Füchse und Dachse sollen von dem Projekt profitieren. 

Heidi Lacroix und Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ) (rechts) sind beim Baustart dabei
Heidi Lacroix und Bezirksvorsteher Peter Jagsch (SPÖ) (rechts) sind beim Baustart dabei(Bild: VGT.at)

„Amphibien haben keine Lobby“
Für die Tierschützer ist das ein wichtiger Erfolg, denn die Bestände sind in Österreich stark rückläufig. Projektleiterin Mag.a Heidi Lacroix war gestern beim „Spatenstich“ dabei und sieht in dem Bau ein wichtiges Zeichen, dass Artensterben und Tiere „uns alle angehen.“ 

Bislang wurden die Amphibien mit Kübeln über die Straße gebacht
Bislang wurden die Amphibien mit Kübeln über die Straße gebacht(Bild: VGT.at)

„Amphibien haben keine Lobby, sie sind nicht kuschelig und weich, sie sterben unbemerkt von den meisten. Wir haben die Straßen durch ihr Zuhause gebaut, also müssen wir dafür sorgen, dass sie eine Überlebenschance haben“, so Lacroix. Selbst die Erdkröte, die am weitesten verbreitete und anpassungsfähigste Amphibie des Landes, gerät durch Hitze, verschwindende Laichgewässer und Insektensterben unter Druck.

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