Es wäre ein echter Kultur-Kahlschlag: Geht es nach einer Politikerin der Wiener Grünen, soll die renommierte Musicalbühne Ronacher in der Innenstadt dichtmachen – um Geld zu sparen.
Die Wiener Kultursteuer ist zwar vom Tisch. Bürgermeister Ludwig hat das Vorhaben nach massiven Protesten aus der Kulturszene zurückgezogen. Der Konsolidierungsbedarf im Stadtbudget bleibt enorm. Die Suche nach Alternativen geht weiter.
Jetzt lässt die grüne Gemeinderätin Ursula Berner mit einem radikalen Vorschlag in der „Krone“ aufhorchen: Sie fordert eine Schließung des Ronacher!
Auslastung bei fast 100 Prozent
Neben dem Raimund Theater gilt es als erste Adresse für große Musicals und ist eine der „Perlen“ in Wiens Theaterlandschaft. Die zwei Bühnen mit 2400 Plätzen funktionieren überaus gut. Die Auslastung in beiden Häusern liegt bei fast 100 Prozent.
Und trotzdem: Die Politikerin möchte den „Goldesel“ der Vereinigten Bühnen Wien „langfristig ausgliedern“. „Eine Bühne mit einer schönen Musicalproduktion reicht vollkommen“, so Berner.
Ihre Begründung hat es in sich: Während Musicals anderswo vielfach ohne öffentliche Förderung auskommen und sogar Gewinne erzielen, müssen sie in Wien subventioniert werden – ein Umstand, den die Grünen seit Jahren kritisieren. Berner gehe es dabei vor allem um „Nachhaltigkeit und die langfristigen Ziele der VBW“.
Und was soll mit dem ehrwürdigen Haus passieren? Das Theater in der City soll für andere Produktionen vermietet werden, etwa für Kabarettaufführungen. „So könnten die Vereinigten Bühnen Geld lukrieren“, legt die Ökopolitikerin nach. Eine absurde Idee, die in der Kulturszene jetzt für ordentlich Wirbel sorgen dürfte. Die Vereinigten Bühnen Wien wollten sich auf „Krone“-Anfrage vorerst nicht dazu äußern.
Spielzeit für „Die Schöne und das Biest“ verlängert
Der Musical-Hype ist jedenfalls enorm und soll weitergehen. So wurden für den neuesten Hit „Die Schöne und das Biest“ im Raimund Theater bislang schon über 120.000 Tickets verkauft und die Spielzeit bis zum 27. Juni 2027 verlängert. Das historische Maria-Theresia-Musical gilt schon jetzt als eine der erfolgreichsten Eigenproduktionen aller Zeiten. Es schloss nahtlos an den Erfolg des Falco-Musicals „Rock me Amadeus“, der letzten VBW-Eigenproduktion, an.
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