Marlen Mairhofer ist plötzlich ein Name, den man sich merken sollte. Mit ihrem Debütroman „Alice“ hat es die gebürtige Steyrerin auf die Longlist für den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises geschafft. Und das völlig zurecht.
Die heute in Salzburg lebende Germanistin Marlen Mairhofer, die in Steyr verwurzelt ist, kennt die großen, weiblichen Stimmen der österreichischen Literatur.
Ihre Dissertation widmete sie Ingeborg Bachmann und Marlen Haushofer, mit der sie den Vornamen teilt und die ebenfalls in Steyr lebte.
Aus der Dissertation wurde das Buch „Im Austausch begriffen“ (Sonderzahl Verlag, 36 €), hier wob sie noch die Theorie des „weiblichen Schreibens“ von Hélène Cixous ein. Doch in ihrem ersten Roman „Alice“ (Jung & Jung, 24 €) zeigt Mairhofer, dass sie längst eine eigene Stimme gefunden hat.
Pferde, Zahnlücken und Löcher
„Alice“ erzählt vom Heranwachsen, von Unsicherheiten, Sehnsüchten und dem Gefühl, nicht zu wissen, wohin man gehört. Sie überträgt Teile aus dem berühmten Märchen von Lewis Carroll in die Realität, ohne dabei die Lust an der Situationskomik zu verlieren.
Es geht um Pferdezeitschriften, beste Freundinnen und Zahnlücken, um Tiere mit und ohne Fell, schrumpfende Kleidungsstücke und Löcher überall. Ein Coming-of-Age-Roman voll beneidenswerten Leichtigkeit und Virtuosität. Ein Romanerstling, der berührt, unterhält und nachhallt. Es ist zu Recht für den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie „Debüt“ nominiert.
Die Longlist wird bereits am 14. Oktober auf eine Shortlist gekürzt, erst am 23. November fallen dann die endgültigen Entscheidungen. Schon am 15. Oktober blättert Marlen Mairhofer ihren Roman „Alice“ beim Debütabend im Linzer Stifterhaus auf (19.30 Uhr).