Der Stahlriese und Österreichs führender Energieversorger erweitern ihre Wasserstoff-Pilotanlage in Linz. Die Hoffnung in den klimafreundlichen Energieträger ist groß, doch noch ist die Produktion viel zu teuer.
Die Hoffnung heißt Wasserstoff: Er soll in der Industrie dort, wo die Produktion nicht elektrifiziert werden kann, das klimaschädliche Erdgas ersetzen – etwa bei der Voestalpine: Der Linzer Konzern will seinen Stahl bis 2050 CO₂-neutral herstellen. „Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt CEO Herbert Eibensteiner.
Deshalb hat die Voest nun zusammen mit dem Energieversorger Verbund die gemeinsame Wasserstoff-Pilotanlage in Linz um 16,4 Millionen Euro (4,5 Millionen Euro davon wurden gefördert) erweitert. Sie kann das farblose Gas jetzt nicht nur produzieren, sondern auch verdichten, reinigen, speichern und zum Transport aufbereiten. Das Projekt läuft bis 2030 und soll bereits heuer erste Forschungsergebnisse liefern.
Wasserstoff-Produktion ist noch kein „business case“
Noch ist die Produktion des Erdgas-Ersatzes aber viel zu teuer. Bei zwei bis drei Euro Herstellungskosten pro Kilogramm wäre der Einsatz von Wasserstoff wirtschaftlich möglich. Zum Vergleich: Die Pilotanlage in Linz verschlingt derzeit sieben bis neun Euro pro Wasserstoff-Kilo – wegen der hohen Energiepreise, denn im Produktionsprozess wird Strom benötigt.
„Wir müssen hier noch Anstrengungen unternehmen, um zu Preisen zu kommen, die die Industrie bezahlen kann“, räumt Verbund-Chef Michael Strugl ein. Daher müsse man auch über Importe nachdenken. Dazu wiederum bräuchte es Wasserstoff-Pipelines, die es noch nicht gibt. Das Pilotprojekt von Voestalpine und Verbund in Linz ist also eine Wette auf die Zukunft.
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